Dr. Hans Groenewold
Der österreichische Anlagenbauer Ammag GmbH ist ein führender Hersteller von Sprühgranulationsanlagen und Silo-, Förder-, Misch-, Wäge- und Dosieranlagen für verschiedene Schüttgüter aus der Nahrungsmittelindustrie. In einem modernen Technikum können alle Verfahrensschritte getestet und optimiert werden.
Aus dem Bereich der Mischtechnik wird hier der Horizontalgegenstrommischer anhand von zwei ausgewählten Praxisbeispielen vorgestellt. Dieser Mischertyp, der zur Gruppe der Schubmischer gehört, ist für das schonende Mischen von Produkten mit breiter Korngrößenverteilung besonders gut geeignet.
Der Mischer besteht im Wesentlichen aus einem Trog, in dem sich eine zentrale Welle mit den Mischorganen dreht. Es handelt sich um Bänder, die schneckenartig in zwei Durchmessern angeordnet sind.
Die inneren Bänder mit dem kleineren Durchmesser fördern das Produkt von der Mitte nach außen und die äußeren Bänder wieder nach innen. Das Schieben der Bänder durch die Schüttung sowie die Quervermischung zwischen dem sich nach außen und nach innen bewegenden Material sorgen letztendlich für die Durchmischung.
Das erste Beispiel kommt aus dem Bereich der funktionalen Getränke, die dem Verbraucher als Trockenmischung angeboten werden. Ein Nahrungsmittelhersteller ist an den Anlagenbauer mit der Aufgabenstellung herangetreten, eine komplette Anlage zur Herstellung solcher Getränke-Trockenmischungen zu liefern. Innerhalb der Gesamtanlage durchläuft der Zucker verschiedene Prozessschritte, wie Big Bag-Entleerung, pneumatische Dichtstromförderung, Verwiegung und Dosierung. So gelangt der Zucker in das Herzstück der Anlage, den Mischer. Die anderen Mischgut-Komponenten werden hier manuell zudosiert. Nach dem Mischen fällt das Produkt in einen Zwischenbehälter und wird dann verpackt.
Die funktionalen Getränke bestehen meist aus Kristallzucker, Zitronensäure sowie Fruchtbestandteilen, Aromen und Vitaminen. Diese Bestandteile werden im Mischer miteinander vermengt und dann unmittelbar abgefüllt.
Von der Fertigproduktmischung wird einerseits Homogenität gefordert, damit Erscheinungsbild, Geschmack und Vitamingehalt passen. Andererseits darf das Produkt während des Mischens nicht zerstört werden, weil ein Feinanteil ebenfalls mit Inhomogenität gleichgesetzt wird. Die Mischaufgabe ist dadurch geprägt, dass grobkörnige Anteile in großer Menge (Zucker) mit kleinen Anteilen an feinen Produkten (Vitamine, Aromen) gemischt werden müssen.




