Achim Gulde und Heiko Kaiser
Das Unternehmen Töpfer bewegt sich mit seinem Produktprogramm für Säuglings- und Kindernahrung, Nahrungsergänzungsprodukte, Arzneimittel sowie Produkte für die Kinder- und Erwachsenenpflege in hochsensiblen Marktsegmenten. Dies gilt auch für das Geschäftsfeld Auftragsfertigung und Lohnproduktion. Ob Endverbraucher, Klinikpersonal oder industrieller Auftraggeber: Die Kunden erwarten bestmögliche Qualität und ein optimales, dokumentiertes Hygienemanagement.
Bereits 1989 startete Töpfer die Produktion von Säuglingsmilchnahrung in Bio-Qualität. Kontinuierlich investiert das Unternehmen in seine Technik, verfügt beispielsweise über modernste Sprühtrocknungsanlagen bzw. Walzentrocknungsanlagen. Automatisierte Verpackungslinien helfen, die Qualität bis zum Kunden zu sichern.
Seit 2005 kann Töpfer die Zertifizierung nach IFS (International Food Standard) vorweisen. Der IFS baut auf der Struktur der ISO 9001:2000 auf, bezieht jedoch zusätzlich noch Grundsätze der GMP wie Reinigung, Desinfektion, Schädlingsbekämpfung, Wartung, Instandhaltung, Schulung und der HACCP-Risikoanalyse mit ein.
Die gemäß IFS erwartete Gute Herstellungspraxis GMP und die geforderte Risikoanalyse führten bei Töpfer zu dem Entschluss, bei der Lagerung der Rohstoffe für die Produktion von Trockenmilchpulver vom Fass- auf das Tank-Handling umzustellen.
Um die Zusätze an pflanzlichen Fetten für die Produktion bereitzustellen, kamen bisher neben zwei größeren Tanks eine ganze Reihe von Kleingebinden in Form von Fässern zum Einsatz. Der interne Aufwand des Handlings dabei ist beträchtlich: Das Fass muss vom Lkw ab- und auf Paletten umgeladen werden. Es folgt der Transport in eine Wärmekammer, wo die Fettmischungen vor dem Einsatz erwärmt und aufgeschmolzen werden und anschließend weiter in die Sprühturmabteilung zur Konzentrataufbereitung. Hinzu kommen weitere Kostenaspekte: Das Fett im Fassgebinde ist im Vergleich zu einer Tankbelieferung teurer.
Das Fass-Handling ist zudem unter Hygienegesichtspunkten nicht optimal: Wird ein Fass manuell geöffnet, ist potentiell die Gefahr einer mikrobiologischen Kontamination des Rohstoffs gegeben. Um diese Gefahr zu minimieren, muss ein sehr hoher Überwachungsaufwand betrieben werden.
Im Jahr 2005 entschloss sich Töpfer deshalb aufgrund erweiterter Hygieneziele und auch hinsichtlich der hohen Kosten zur kompletten Umstellung der Rohstoff-Lagerung auf Tanks. Die Vorteile: Das offene Handling mit Fässern entfällt. Die geschlossenen, mit gasförmigem Stickstoff inertisierten Tanks bieten eine hohe Prozesssicherheit, verbunden mit einem HACCP Hygiene-Management-System. Während zuvor viele Kleingebinde zu handeln waren, bieten die neuen Tanks Platz für einen ganzen Tankzug – die Kosten pro Lieferung sinken. Zudem muss das Fett nicht mehr aufgeschmolzen und erwärmt, sondern nur noch warmgehalten werden. Und schließlich lässt sich die Automatisierung des Mischprozesses vereinfachen.




