Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt die Menge an weltweit hergestelltem Fisch im Jahr 2030 auf 204 Mio. t. Mehr als die Hälfte der Fischproduktion stammt bereits jetzt aus Aquakulturen – Tendenz steigend. Eine entscheidende Rolle für die Produktqualität von Fisch spielen Techniken und Werkstoffe, die an den gesamten Verarbeitungsprozess angepasst sind. Mit Anlagen und Komponenten aus Edelstahl Rostfrei lassen sich die hohen Hygienestandards in der Fischindustrie erfüllen.
Industrieller Fischfang erfolgt in der Hochseefischerei durch Trawler, an der Küste mit Kuttern. Während die kleineren Schiffe im Morgengrauen auslaufen und oft noch am selben Tag oder binnen weniger Tage in ihren Heimathafen zurückkehren, sind die großen bis zu anderthalb Monate unterwegs. Sobald der Fisch auf hoher See oder an der Küste das Wasser verlassen hat, muss er gekühlt, verarbeitet und auf Eis gelagert werden. Deshalb sind Trawler schwimmende Fischfabriken, in denen während der Weiterfahrt die vollautomatisierte Verarbeitung und Lagerung erfolgt. Nach dem Fang werden die Fische maschinell geschlachtet, ausgenommen und sortiert. Anschließend werden sie entweder komplett oder zu Filets geschnitten in großen Blöcken aus jeweils einer Fischart bei -40 °C tiefgefroren. So werden sie bis zur Rückkehr in den Hafen im Kühlraum des Fangschiffs bei -18 °C gelagert. Fischfangflotten übergeben ihren Fang für diese Verarbeitung dem Mutterschiff. Kleinere Schiffe bringen ihre Beute gekühlt als ganze Fische oder bereits filetiert und tiefgefroren an Land.
Unterschiedliche Fangmethoden
Abhängig von der Fischart kommen in der Hochseefischerei verschiedene Fangmethoden zum Einsatz. Am häufigsten eingesetzt werden die sogenannten pelagischen Schleppnetze. Diese tütenförmigen, an ihrem Ende mit einer Tasche verschlossenen Netze sind bis zu 1500 m lang und haben Maschenöffnungen, die bis zu 128 m groß sein können. Ihre 23 000 m2 große Netzöffnung könnten zwölf Jumbojets gleichzeitig passieren. Entsprechend groß ist das Fassungsvermögen: 500 t Fisch passen in eine Netzfüllung. Weit verbreitet sind in der Hochseefischerei auch Grundschleppnetze, deren Form denen der pelagischen Netze ähnelt. Allerdings sind sie wesentlich kleiner – maximal 200 m lang und haben eine „nur“ 100 m2 große Netzöffnung. Gewichte an der Netzunterseite halten das Netz am Meeresboden, über den es bei Fahrgeschwindigkeit gezogen wird, um die am Grund lebenden Fische aufzuscheuchen. Für Thunfisch sind sogenannte Ringwaden die häufigste Fangtechnik. Diese bis zu 2000 m langen und 200 m hohen Netze werden ringförmig um den Fischschwarm gelegt und mit einer durch Ringe gezogenen Schnürleine zugezogen.
Aquakulturen auf dem Vormarsch
Seit den 1980er-Jahren werden diese traditionellen Fangmethoden von wildlebendem Fisch zunehmend durch Aquakulturen ersetzt. Marine Aquakulturen, die insbesondere in Chile und Norwegen stark verbreitet sind, stehen – ebenso wie die sich immer mehr abzeichnende Überfischung der Weltmeere – stark in der Kritik von Umweltschützern. Vor allem in Chile werden Lachsfarmen in riesigen, in Fjorden oder Meeresarmen verankerten Netzgehegen betrieben. Futter und Fäkalien sinken auf den Meeresgrund, wo sie ein ergiebiger Nährboden für Krankheiten, Parasiten und Algenbildung sind. Zur Vermeidung dieser Folgen werden die Fische mit Antibiotika behandelt und große Mengen Pestizide ins Wasser eingebracht.




