Bügelverschlüsse können ohne Werkzeug beliebig oft geöffnet und wieder verschlossen werden und sie eignen sich auch für Flaschen, in denen die Flüssigkeit, beispielsweise durch Kohlensäure, unter Druck steht. Leider sind sie aber teurer als alle anderen gängigen Flaschenverschlüsse und die Montage auf dem Flaschenhals und das Verschließen der Flasche sind nicht ganz einfach zu automatisieren. Das Zusammensetzen der Verschlüsse erfolgt daher meist manuell. Im deutschsprachigen Markt, wo Bügelflachen Mehrweggebinde sind, kommen jährlich nur etwa 5 % der im Umlauf befindlichen Stückzahl neu in den Kreislauf. Auch das Verschließen der Flaschen nach dem Abfüllen erfolgte in der Vergangenheit ausschließlich von Hand. Was in kleinen Manufakturen eine erträgliche Arbeit ist, wird bei Massenproduktion zur Schwerarbeit, wenn mehrere Tausend Bügelverschlüsse pro Stunde zugedrückt werden müssen.
Seit ihrer Gründung 1994 hat sich die AMS-Getränketechnik auf die Abfüllung in Flaschen mit Bügelverschluss spezialisiert. Heute ist das niederösterreichische Unternehmen auf ihrem Spezialgebiet weltweit Marktführer. „Wir haben uns auf ein Spezialthema konzentriert und dabei nicht nach links oder rechts geschaut“, beschreibt Helmut Gazso, Firmengründer und geschäftsführender Gesellschafter, sein Erfolgsrezept. „Obwohl wir auch die Standardisierung vorantreiben, entstehen unsere Maschinen in enger Abstimmung mit den Kunden und sie sind die schnellsten auf dem Markt.“
So schafft es etwa der AMS-Bügelverschließer zehn Flaschen pro Sekunde zu verschließen. Dabei werden die aus der Füllanlage kommenden Flaschen ausgerichtet, verschlossen und der Verschluss geprüft. Im Jubiläumsjahr 2005 wurde mit einer Montiermaschine für die Bügelmontage auch ein davor liegender Teil der Produktionskette erschlossen. Jüngste Entwicklung war dabei die Ergänzung mit einem Sortierer, der mittels Kamera und Roboter für die lagerichtige Zureichung der fertigen Bügelverschlüsse zur Montage sorgt.
„Bis vor kurzem wurde von vielen Anwendern ein bestimmtes Steuerungsfabrikat bevorzugt“, sagt Gazso. „Und wir haben uns sehr lange mit deren mangelnder Flexibilität und Erweiterungsfähigkeit herumgeärgert.“ Im Detail kam es immer wieder zu Problemen mit verlorenen Signalen bei hoher Geschwindigkeit. Zudem fanden die Techniker von AMS die Einschränkungen bei der Modellvielfalt und die fehlende Gestaltungsmöglichkeit bei Touchpanels unbefriedigend. Dazu kam die mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzkomponenten für Erweiterungen nach einigen Betriebsjahren.
Viele AMS-Anlagen sind nicht als Stand-alone-Anwendungen im Einsatz, sondern in Produktionslinien mit Abfüllanlagen von namhaften Herstellern eingebunden. Dass diese für ihre Anlagen B&R einsetzen, machte die AMS-Elektronik-Programmierer auf die naheliegende Alternative aufmerksam.




