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    Handhabungs- und Transportsysteme
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    Technik

    Handhabungs- und Transportsysteme

    Expresso ist ein Hersteller von Handhabungs- und Transportsystemen, dem es gelingt, kurze Innovationszyklen zu realisieren und sich vom Wettbewerb abzugrenzen.
    Veröffentlicht
    08. Februar 2019
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Dr. Alexander Bünz, Geschäftsführer von Expresso, sprach mit dei über neue Entwicklungsprozesse und Strukturen in seinem Unternehmen. Lesen Sie, wie es dem Hersteller von Handhabungs- und Transportsystemen gelingt, kurze Innovationszyklen zu realisieren und sich vom Wettbewerb abzugrenzen.

    Herr Dr. Bünz, wie war das Geschäftsjahr 2018?

    Dr. Alexander Bünz: Es war das bisher erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Zudem liegen wir derzeit in allen von uns besetzten Märkten und Marktnischen hinsichtlich Produktqualität, Image und Marktanteilen unter den Top 3.

    Sie sind seit etwa vier Jahren CEO von Expresso. Wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit verändert?

    Dr. Bünz: Wir haben viele strategische Grundsatzentscheidungen umgesetzt, um das Unternehmen zu modernisieren, schlanke Prozesse zu realisieren und die Kundenorientierung weiter zu verbessern. Anstelle von drei agieren wir heute mit fünf Geschäftsbereichen, die als Profitcenter unter der Regie erfahrener Führungskräfte stehen. Dabei hat der Geschäftsbereich Classic – hier geht es um unsere Sackkarren – den intensivsten Wandel durchlebt. Diese Cash Cow haben wir in ein agiles Produktuniversum verwandelt und mit neuen Mitarbeitern und Key Account Managern für das In- und Ausland gestärkt.

    Und wie sieht es im Geschäftsbereich Dynamic aus?

    Dr. Bünz: Dieser Geschäftsbereich repräsentiert die angetriebenen Handling- und Transportsysteme. Hier treiben wir die modulare Standardisierung voran, und über alle Geschäftsbereiche hinweg haben wir neue Prozesse für die effiziente Produktentwicklung installiert.

    Wo sehen Sie die Stärken Ihres Unternehmens?

    Dr. Bünz: Entscheidend ist unsere Schnelligkeit bei der Umsetzung neuer Ideen und Prozesse – wir sind immer fix und effizient. Hinzu kommt eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und das gute kollegiale Miteinander. Es gelingt uns, die Erfahrungen der älteren Kollegen mit der Neugier unserer vielen jungen Mitarbeiter zu verbinden.

    Mit welchen Eigenschaften versuchen Sie, sich vom Wettbewerb abzugrenzen?

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    Dr. Bünz: Zum einen über eine hohe Qualität. Unsere intralogistischen Systeme sind funktionell, robust, langlebig und sicher. Zum anderen punkten wir mit unserer Kompetenz in Sonderbau und Engineering, die wir – neben dem Geschäft mit Serienprodukten und Standardlösungen – weiter ausbauen werden. Ganz wichtig ist auch das Projektgeschäft, das derzeit stark wächst. Wo andere Hersteller alle Viere von sich strecken, entwickeln wir gemeinsam mit dem Kunden kreative Lösungen.

    Sie haben Ihren Mitarbeitern zum Ziel gesetzt, alle paar Wochen eine Neuheit aus der Taufe zu heben. Wie gelingt es, dieses Innovationstempo aufrechtzuerhalten?

    Dr. Bünz: Innovationen sind das Fundament unseres Erfolges. Vor diesem Hintergrund haben wir auf verschiedenen Ebenen neue Strukturen und Prozesse installiert, die innovatives Denken fördern und die Umsetzung neuer Produktideen beschleunigen. Die praktische Innovationsarbeit beginnt damit, dass wir uns hohe Ziele setzen und deren Umsetzung an fixe Termine binden – etwa Fachmessen, die wir als nicht verschiebbar erachten.

    Und dann leisten Sie sich auch eine interne Denkfabrik.

    Dr. Bünz: Richtig. Sie kann auf Anregung der Vertriebsbereiche sehr kurzfristig Studien, Muster und Prototypen realisieren. Und nicht zuletzt haben wir uns mit Phönix und Spaz zwei hocheffiziente Instrumente geschaffen, die die Realisierung innovativer Produktideen kanalisieren und beschleunigen.

    Phönix und Spaz? Was steckt hinter diesen Begriffen?

    Dr. Bünz: Phönix heißt unser konsensbasierter Primärprozess in der Produktentwicklung. Als kreative Vorstufe der Konstruktion sieht er turnusmäßig Meetings von Vertretern aller Profitcenter vor, in denen neue Ideen präsentiert, strukturiert und projektiert werden. Der Maßstab dafür, ob eine Idee als innovativ eingestuft und weiter verfolgt wird, ist nicht nur ihre Einzigartigkeit, sondern auch ihre Relevanz für den Markt

    Was meinen Sie damit genau?

    Dr. Bünz: Unser Ideal ist es, repräsentative Intralogistiklösungen zu entwickeln, deren Bedeutung über eine Zielgruppe oder Branche hinaus reicht. Wir fragen daher immer nach dem Multiplikationspotenzial einer Idee. Und erst wenn sichtbar wird, dass mit ihrer Realisierung etwas wirklich Neues entsteht und sich vorhandene Prozesse, Produkte oder Dienstleitungen damit tatsächlich verbessern lassen, sprechen wir von Innovation.

    Und was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Spaz?

    Dr. Bünz: Dieses Kürzel – es steht für schnellste Produktentwicklung aller Zeiten – bezeichnet einen weiteren Entwicklungsmodus, in dem es darum geht, in kürzester Zeit mit höchster Prio eine bereits ausformulierte Idee bis zum marktreifen Produkt zu entwickeln – mithilfe aller Ressourcen und der flexiblen Zuarbeit mehrerer Geschäftsbereiche. Hierbei wenden wir auch agile Arbeitsmethoden wie das Design Thinking an, um über – zunächst ergebnisoffene – iterative Prozesse möglichst schnell voranzukommen. Diese Vorgehensweise führt nicht nur rasch zu realen Ergebnissen, sondern fördert auch das Selbstvertrauen aller Teilnehmer sowie das kollegiale Miteinander. Der neue Elektroantrieb Impulse für unser mobiles Handhabungs- und Transportsystem Lift2move ist beispielsweise das Resultat eines dreimonatigen Spaz-Projekts.

    Expresso setzt bei seinen Innovationsprozessen auf Partnerschaften und Netzwerke. Warum?

    Dr. Bünz: Innovationen beruhen auf starken Partnerschaften – auch mit Wettbewerbern. Deswegen werden wir unser bereits bestehendes Netzwerk mit marktführenden mittelständischen Firmen weiter ausbauen. Bei fast allen Wettbewerbern denken wir darüber nach, ob wir etwas gemeinsam auf die Beine stellen können – anstatt uns immer nur gegenseitig die Kunden abzujagen.

    Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist ein anderer Weg, um Wachstum zu generieren. Welche Ideen haben Sie hier?

    Dr. Bünz: Das ist ein wichtiger Punkt. Hier arbeiten wir gerade an einem an der Nutzungszeit orientierten Pay-per-Use-Konzept für Ladelifte und Sackkarren oder an innovativen Instandhaltungsdiensten zum Condition Monitoring und zur predictive Maintenance für Ladelifte. Hierbei wenden wir sowohl moderne Industrie-4.0-Technologien als auch IoT-Prinzipien praktisch an.

    Werden die Besucher Ihres Messestandes auf der Logimat 2019 davon etwas zu sehen bekommen?

    Dr. Bünz: Auf jeden Fall! Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an einem Lift2move, der sich mittels moderner Sensorik in IoT-Umgebungen einloggen kann, und an der Umsetzung der ersten Sackkarre mit Geofencing-Diebstahlschutz. Als weitere Innovationen werden wir die neue Generation unseres sensorisch-intuitiven Antriebssystems Touch2move für manuell geführte Flurförderzeuge präsentieren. Außerdem stellen wir in Stuttgart die erste wirklich praxistaugliche Off-Road-Karre für das Imkerhandwerk vor.

    www.prozesstechnik-online.de

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