Zu den Besonderheiten der Hannover Messe gehört das weltweit wohl breiteste Technologieangebot für die Industrie. Doch genau die vielschichtigen Ausstellungsbereiche und -güter setzen eine sorgfältig Planung des Messebesuchs voraus. Zumal es angesichts der Zahl von über 6150 Ausstellern kaum möglich ist, mal eben an allen Ständen vorbeizugehen, um zu sehen, welche Neuheiten das eigene Tätigkeitsgebiet tangieren. Eine Hilfestellung dabei soll diese Übersicht über die Hannover Messe 2007 bieten, die die Redaktion speziell für ihre Leser zusammengestellt hat. Damit die Tour über das größte Messegelände der Welt nicht zur Tortur wird, sollten Sie wenigstens zwei Messetage einplanen.
Einen unverzichtbaren Pflichttermin stellt der Besuch der Interkama+ dar. In diesem Bereich bietet die Prozessautomation – geprägt durch das hohe Innovationstempo der Elektronik – von Jahr zu Jahr unzählige Neuheiten, nicht zuletzt aus der Sensor- und Feldbustechnik. Ein Beispiel bietet Pepperl+Fuchs mit dem Advanced Diagnostic Module (ADM) für den FieldConnex Power Hub. Erst vor kurzem hat eine amerikanische Zeitschrift diesem Produkt das Prädikat „Breakthrough Product 2006“ verliehen. Diese Anerkennung erhalten Produkte, Dienstleistungen und Technologien, die einen bedeutenden Beitrag für die Prozessindustrie leisten. „Wir sind erfreut, diese Anerkennung für unser Advanced Diagnostic Module erhalten zu haben“, sagt David Hohenstein, Abteilungsleiter bei Pepperl+Fuchs in den USA. Das ADM soll helfen, die Komplexität des Foundation Fieldbus H1 und des Profibus PA leichter unter Kontrolle zu bekommen. Hohenstein weiter: „Es überwacht die Feldbusphysik, schafft dadurch Transparenz und erleichtert die Evaluierung eines Netzwerks.“
Umfassende Messungen und Alarme, die das ADM bereitstellt, werden in Echtzeit an den Wartungs-PC übertragen und durch die Software Diagnostic Manager direkt in der Leitwarte angezeigt. Sammelalarme können über OPC-Client-Software in jede beliebige Leittechnik eingebunden werden. Der Anlagenfahrer erhält dadurch nur die für ihn relevante Information. Das ADM ermöglicht es dem Wartungspersonal von der Leitwarte aus Fehler effizient und schnell zu lokalisieren. Seit der Markteinführung konnte die ADM-Technik weiter ausgebaut werden. Auf der Hannover Messe informiert der Hersteller nun auch über einige interessante Installationen.
Dass die internationale Leitmesse Interkama+ im Fachmessenverbund Industrial Automation in der Sensortechnik einen Schwerpunkt darstellt, steht außer Frage. Mehr als 200 Hersteller von Sensoren und Forschungseinrichtungen zeigen auf der Hannover Messe die neuesten Entwicklungen – bis hin zu drahtlosen Sensornetzwerken, die auch Gegenstand der Sonderschau Wireless Automation sind.
Erstmals präsentiert Turck zusammen mit dem Kooperationspartner Banner das Wireless-Network-System DX80. Dieses ermöglicht die Funkkommunikation zwischen Sensoren bzw. Aktoren und der Steuerung oder einem Feldbusknoten über die RS485-Schnittstelle – in Verbindung mit dem Modbus-Protokoll. Diese funktechnische Lösung ersetzt die unter Hygienegesichtspunkten nicht ganz unproblematischen Schleifringe oder Verkabelungen und lässt sogar den Datentransfer über große Entfernungen zu. Das Gateway gibt die I/O-Signale an die Steuerung weiter; bis zu sieben Knoten des Systems können jeweils an bis zu vier Sensoren oder Aktoren angeschlossen werden. Steht für die Stromversorgung der Sensoren kein 24-V-Gleichstromanschluss zur Verfügung, kommt ein Solar-Panel oder eine Batterie für die Spannungsversorgung in Betracht. Letztere hat eine Standzeit von bis zu fünf Jahren. Mit dem Funksystem lassen sich die Signale aller gängigen Sensoren übertragen, von Druck- und Temperaturmessungen über PNP/NPN-Schaltsignale bis zu analogen 4…20 mA-/0…10 V-Signalen.




