Er bildet im wahrsten Sinne den Kern jeder modernen Logistikanlage: der Stahlbau. Mehr als 40 m können die Stützen einer Regalanlage in die Höhe ragen. Rein baubedingt sind nach oben quasi keine Grenzen gesetzt. Besondere Funktionen übernimmt die Stahlkonstruktion zudem, wenn ein Lager nicht in eine Halle integriert wird, sondern die Außenstützen eines Regalsystems die tragenden Elemente für das Dach und die Anbringung der Seitenwände sind.
Mit dem Wegfall eines separaten Hallenbaus kann die sogenannte Silobauweise neben einer Flächeneinsparung vor allem erhebliche Kostenvorteile bieten. Ganz besondere Anforderungen gelten für die Errichtung des Stahlbaus bei Hochregallager-Projekten in dieser Bauweise, wenn zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen sind: etwa die Anbindung an vorhandene Lager- und Produktionsbereiche, die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen und Hygienestandards sowie die Einbeziehung von herrschenden Temperaturbedingungen in Verbindung mit speziellen Brandschutzvorgaben. Unter diesen anspruchsvollen Bedingungen hat SSI Schäfer, Neunkirchen, jetzt für die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH den Stahlbau für das neue Tiefkühl-Hochregallager des zentralen Distributionszentrums am saarländischen Produktionsstandort Nonnweiler realisiert. Neben der Liefer- und Montageleistung war hier vor allem Lösungskompetenz bei der Anlagengestaltung in statischer Hinsicht gefordert.
Seit mehr als 25 Jahren ist das 1969 gegründete Traditionsunternehmen Wagner als Spezialist für Tiefkühlpizza bekannt. Es zählt heute zu den führenden Herstellern von Tiefkühlpizzen in Europa. Allein in Deutschland liegt der Marktanteil nach Umsatz bei 28 %. Das Sortiment reicht vom Erfolgsprodukt der klassischen Original Wagner Steinofen-Pizza über die Big Pizza und verschiedenen Mini-Pizzen bis hin zur Bio-Pizza Unsere Natur.
Drei Säulen sorgen dabei für unverändert hohe Qualität: die Verwendung hochwertiger Zutaten, sorgfältige Kontrollen und qualifizierte Mitarbeiter. So werden auch Lieferanten sorgfältig ausgewählt und kontrolliert. Wagner arbeitet nur mit Lieferanten zusammen, die dauerhaft Qualität und Produktsicherheit garantieren können. Diese Prinzipien galten auch bei der Umsetzung des jüngsten Logistikprojektes. „Aufgrund unserer Konzernstruktur haben wir die Projektleitung in eigener Regie übernehmen können“, erklärt Jörg Schmitt, verantwortlicher Projektleiter bei Wagner. „Die einzelnen Gewerke haben wir nach Ausschreibung an verschiedene Lieferanten vergeben.“ Den Zuschlag für den Stahlbau erhielten die Hochregallager-Spezialisten von SSI Schäfer.
Bis zu 70 beladene Lkws verlassen inzwischen täglich das neue Distributionszentrum. Von Nonnweiler aus gehen die Tiefkühlpizzen an die Verbraucher in ganz Europa. In einer durchgängigen Kühlkette werden die TK-Produkte per Shuttleservice aus der 300 m entfernten Produktion überführt und im Hochregal eingelagert. „Die Lagerkapazitäten des vorhandenen Lagerkomplexes mit rund 10 500 Palettenstellplätzen reichten angesichts der kontinuierlich steigenden Nachfrage nicht mehr aus, um die Dynamik der Produktion aufzunehmen“, sagt Schmitt. „Zur Kapazitätssteigerung setzten wir Mitte 2008 das Erweiterungsprojekt mit dem neuen Hochregallager auf. Weiteres Ziel war es, die Lagerprozesse an einem Standort zu konzentrieren sowie Engpässe bei der Ein- und Auslagerung zu beseitigen.“




