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    Henkel entwickelt Epoxysilan-freie Klebstoffe
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Henkel entwickelt Epoxysilan-freie Klebstoffe

    Epoxysilane wie Glymo und Glyeo sind Haftvermittler, die bei Lebensmittelverpackungen verwendet werden – zum Beispiel für laminierte Beutel – die der
    Veröffentlicht
    16. April 2020
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Aufgrund der Tatsache, dass Glymo in einer Vielzahl von Anwendungen mit Lebensmittelkontakt eingesetzt wird, hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die vorhandenen toxikologischen Daten genauer angesehen. Im Jahr 2017 kam die EFSA zu dem Schluss, dass Glymo als potenziell genotoxisch eingestuft werden muss. „Deshalb arbeitet die Europäische Union nun an einem gesetzlichen Rahmen für 2020, um die Verwendung von Epoxysilanen entsprechend ihrer potenziellen Genotoxizität zu regulieren. Hierfür ist ein Zeitrahmen bis September 2020 sehr wahrscheinlich. Dieser Umstand wird die Nachfrage nach geeigneten Alternativen erhöhen“, erläutert Dr. Monika Tönnießen, Head of Food Safety Compliance – Global Food Safety, Product Safety and Regulatory Affairs bei Henkel. Feica, der Verband der europäischen Kleb- und Dichtstoffindustrie, empfiehlt bereits jetzt, den Haftvermittler so schnell wie möglich zu ersetzen.

    Änderungen werden die gesamte Branche betreffen

    In naher Zukunft wird die Anwendung von Glymo als Haftvermittler noch erlaubt sein, solange nachgewiesen werden kann, dass dabei die menschliche Gesundheit nicht gefährdet wird. Produkte, die Epoxysilane enthalten, dürfen nicht für fettige Füllgüter verwendet werden, und Epoxysilane dürfen in wässrigen Füllgütern nicht nachweisbar sein. „Kritisch dabei ist, dass Verarbeiter und Verpackungshersteller den Nachweis für das Fehlen von Glymo und strukturell ähnlichen Chemikalien wie Glyeo selbst erbringen müssen. Dies impliziert zwei Faktoren: den richtigen Klebstoff, oder, bei Verwendung epoxysilanhaltiger Klebstoffe, den Einsatz der richtigen Testmethode. Henkel Corporate Analytics hat hierzu einen eigenen und marktführenden Ansatz zur Bestimmung von Glymo- und Glyeo-Derivaten entwickelt. Die Tests werden jedoch bei den Verarbeitern einen zusätzlichen Arbeitsaufwand und administrative Kosten im Rahmen der Qualitätskontrolle nach sich ziehen“, erklärt Dr. André Weiss, Manager Instrumental Analytics, Project Management Food Safety bei Henkel.

    Epoxysilanfreien Klebstoffe

    Als führender Klebstoffhersteller hat Henkel diese Entwicklung frühzeitig antizipiert und mit der Entwicklung von epoxysilanfreien Klebstoffen begonnen. Diese speziell für den Lebensmittelkontakt bei Hochtemperaturen und den Einsatz im medizinischen Retort-Bereich ausgelegten Systeme sind modular aufgebaut: Die Klebstoffbasis Loctite Liofol LA 2798 kann mit einer Vielzahl von Härtern kombiniert werden. Das macht sie vielseitig einsetzbar und reduziert die Komplexität für Verarbeiter. Henkel bietet derzeit vier Härter mit jeweils unterschiedlichen Spezifikationen für einen breiten Anwendungsbereich an.

    Für getrocknetes Tierfutter oder heiße Füllgüter hat Henkel zwei aromatische Härter zum Kochen und Pasteurisieren entwickelt. Diese mittel- bis hochleistungsfähigen Systeme können bei Raumtemperaturen aushärten und sind auf hohe Temperaturbeständigkeit und hohe Heißsiegelfestigkeit ausgelegt. Bei hohen Leistungsanforderungen bietet Henkel einen aliphatischen Härter für die allgemeine Sterilisation an, der bei Raumtemperatur aushärtet und für 45-minütige Sterilisationsprozesse bei 134 °C empfohlen wird. Das macht ihn zum idealen Hochleistungsklebstoff zum Beispiel für Babynahrung. Für die Verpackung und Sterilisierung von flüssigen, besonders aggressiven Füllgütern wie fetthaltigen Lebensmitteln und öligen fettigen Inhalten wie Katzenfutter ist eine andere Härter-Kombination empfehlenswert. Die Modularität des Systems ermöglicht, die Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig Flexibilität zu gewinnen.

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    Webinarangebot

    Aufgrund des großen Interesses bietet Henkel am 29. April 2020 ein weiteres englischsprachiges Webinar zum Thema Epoxysilane unter dem Titel „Breaking up with epoxy silanes: consequences and solutions in food packaging„ an. Anmeldung über folgenden Link: www.be-more-sustainable.com/webinars

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