Harro Plönzig
Als Absperrorgane haben sich in der Steriltechnik allgemein Membranventile durchgesetzt, die durch ihre totraumfreie und stopfbuchslose Ausführung anderen Systemen überlegen sind. Das Edelstahlmembranventil Diaseptic von Georg Fischer Anderson ist aus geschmiedetem Edelstahl 1.4435 mit Sterilenden gefertigt. Das Ventil kann sowohl mit Milchrohrende nach DIN 11851, Clampanschluss oder Anschweißenden nach allen nationalen und internationalen Normen ausgerüstet werden. Milchrohrende und Clampanschluss sind nahtlos an den Schmiederohling angearbeitet. Dabei entfallen die üblichen Schweißnähte. Für die Orbitalschweißung ist eine Mindestendenlänge von 25 mm vorgesehen. Unter Berücksichtigung eines bestimmten Einbauwinkels sind alle Ventile selbstentleerend. Die Oberflächenrauigkeit beträgt 0,05 µm. Der Delta-Ferrit-Anteil wurde auf kleiner 0,5% begrenzt. Die Edelstahlmembranventile sind in den Größen DN 6 bis DN 80 verfügbar. Die FDA-zugelassenen Membranen aus EPDM oder PTFE begrenzen die Betriebstemperatur abhängig vom Membranwerkstoff und sonstigen Betriebsbedingungen auf maximal 175 °C. Verteilerblöcke aus Edelstahlvollmaterial sowie Stutzen-, T- oder Bodenablassventile stehen in den verschiedensten Ausführungen zur Verfügung.
Bei den PVDF-HP-Membranventilen, Rohren, Fittings und sonstigen Ventilen von Georg Fischer Anderson wird die maximale Temperatur durch den Werkstoff auf 135 °C limitiert. Damit ist der physiologisch-inerte Werkstoff PVDF-HP dampfsterilisierbar und besitzt gleichzeitig eine hervorragende Widerstandsfähigkeit gegenüber Chemikalien und Desinfektionsmitteln wie Ozon. Er ist FDA-zugelassen, frei von Additiven, Stabilisatoren oder anderen Zusatzstoffen und zeigt keinerlei Neigung, Mikroorganismen an der Oberfläche anzulagern. Die spritzgegossenen Armaturen und Fittings haben wie die extrudierten Rohre eine Oberflächenqualität von Ra 0,2 µm. Wie beim Edelstahl werden auch beim PVDF besonders hohe Anforderungen an die Schweißverbindungen gestellt. Wulst- und nutfrei (WNF) geschweißte Systeme aus PVDF-HP erfüllen diese Voraussetzungen. Bei der WNF-Schweißtechnologie wird den Rohr-, Fittings- und Armaturenenden über ein Heizelement eine definierte Wärmemenge zugeführt. Um eine Schweißwulst zu vermeiden, schützt während des Schweißprozesses ein elastischer Druckkörper die Innenseite des Werkstückes. Das Ergebnis ist eine spannungsarme Schweißverbindung mit hoher mechanischer Festigkeit, glatter Innenseite sowie einer hervorragenden Oberflächenqualität von Ra 0,25 µm in der Schweißzone. Die Membranventile mit WNF-Schweißtechnologie stehen in den Größen DN 15 bis DN 50 zur Verfügung. Bei PVDF-HP-Armaturen für Durchmesser größer 65 mm empfiehlt sich der Einsatz der IR plus-Schweißtechnologie.
Die einfache Verarbeitung mittels WNF-Schweißtechnologie erlaubt eine unkomplizierte Installation und ermöglicht eine Qualifizierung der Schweißnähte ohne Endoskopie, Röntgen oder Videoaufnahme. PVDF-HP-Membranventile gibt es auch als T-Ventile für Ringleitungen in Wasserversorgungssystemen für höchste Ansprüche (AP oder WFI).




