Franz Hoffmann
Seit 1934 ist Familie Walther im Geschäft. Zunächst sorgten Kohlehandel und Wagnerei für das Auskommen, dann entschloss sich der Gründer Heinrich Walther zum Aufbau einer Kelterei. Heute wird das Unternehmen aus Bruchköbel mit seinen acht Mitarbeitern von Gotthold Walther (Senior) und Ralf Walther (Junior) in der dritten Generation geführt. Dazu erklärt der Seniorchef: „Wir verarbeiten hauptsächlich Apfelsaft, verschiedenste andere Säfte und Apfelwein mit kontrollierter Herkunft. Alle Apfelprodukte werden aus Direktsaft hergestellt. Alles wird vor Ort gepresst und verarbeitet. Da verfügen wir über eine Lagerkapazität von 1,5 Millionen Litern. Wir verzichten bewusst auf Saftkonzentrate und legen großen Wert auf eine hohe Produktqualität. In der Abfüllung werden wegen des besseren Geschmacks und der Haltbarkeit ausschließlich Mehrweg-Glasflaschen verwendet. Der neue Tunnelpasteur mit den zuverlässigen Pumpen von Lowara für die zonengesteuerte Pasteurisierung, bzw. Abkühlung, hat uns dabei einen gewaltigen Schritt voran gebracht. Jährlich verlassen 6 Millionen Flaschen die Kelterei. Unsere Kunden sind der Getränkefachgroßhandel und die Getränkeabholmärkte.“ Und Ralf Walther ergänzt. „Neben der Herstellung und Vermarktung eigener Produkte sind wir zusätzlich als Lohnabfüller für einige namhafte Getränkehersteller tätig. Auch sie schätzen unsere Getränkequalität sehr hoch und sind von unserer neuesten Produktionstechnik begeistert, alles stimmt – Verarbeitung, Qualität, Logistik, Preis.“
Unter Pasteurisierung versteht man die kurzzeitige Erwärmung von Substanzen auf 60 bis 90 °C zur Abtötung von Mikroorganismen. Das Verfahren wird in der Nahrungsmittelindustrie zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und Getränken in Gläsern, Dosen oder Flaschen eingesetzt. Um große Mengen verarbeiten zu können, setzt man sogenannte Pasteurisatoren ein, die den Vorgang durch Berieselung mit heißem Wasser automatisiert und prozesssicher ausführen. Je nach Anforderung werden verschiedene Pasteur-Varianten und -Größen eingesetzt.
Der Berieselungspasteurisator (Tunnelpasteur) der Kelterei Walther erfüllt zwei Funktionen. Zum einen kann er allein für das Rückkühlen pasteurisierter Getränke verwendet werden, zum anderen kann er in einem Durchgang Getränke kontrolliert pasteurisieren und wieder abkühlen. Die durch heißen Wasserdampf erzeugte Prozesswärme wird dem Wasser bei der Rückkühlung durch einen Plattenwärmeübertrager wieder entzogen und dem Herstellungsprozess erneut zugeführt. Mit dieser Technik erzielt die Kelterei Walther eine Wärmerückgewinnung von 70 %.
Energie zu sparen ist wichtig. Doch müssen besonders Pumpen an einer komplexen verfahrenstechnischen Anlage wie dem Pasteur vor allem eines: Laufen, laufen, laufen. Aus Sicht des Anwenders ist deren Verfügbarkeit entscheidend für den gesamten Produktionsprozess. Damit steht und fällt die Wirtschaftlichkeit seiner Investition. Nur durch gute Planung des ganzen Pumpensystems und dem Einsatz qualitativ hochwertiger Komponenten können kritische Betriebszustände grundsätzlich vermieden werden. Der Pumpenspezialist ITT Lowara und der Hersteller der Anlage, ESV Spennes aus Brüggen, haben das gemeinsam bei der Pumpenauslegung berücksichtigt. Da grundlegende Daten zum Medium und zum Prozess verfügbar waren, konnte eine optimale Pumpen-Konfiguration des Pasteurs angeboten werden. In gemeinsamer Abstimmung wurde der Pasteur mit sechs frequenzgesteuerten Lowara-Kreiselpumpen aus Edelstahl mit je 1,5 kW Leistung, Type SHS4 80-160/15/P ausgestattet. Jede Hochleistungspumpe ist auf eine Umwälzmenge von 60 m3/h ausgelegt und für den Lebensmittelbereich geeignet. Damit konnten die prozess- und anlagenbedingten Anforderungen der Kelterei erfüllt werden.




