Hubert Aust ist Inhaber und Geschäftsführer der E.A.E Rohstoff GmbH mit Sitz in Aufkirchen bei München. Seit 2017 bietet er neben selbst produzierten Säften auch Hochdruckpasteurisierung als Lohnunternehmer an. Im Interview erklärt er, wie seine Dienstleistung für die Hochdruckpasteurisierung, im englischen High Pressure Processing oder kurz HPP genannt, funktioniert.
Herr Aust, wie sind Sie auf die Idee gekommen, HPP als Dienstleistung anzubieten?
Hubert Aust: Durch meine Eigenmarke. Ich biete unter der Marke Rohstoff Organic Säfte an, die ich durch Hochdruckpasteurisierung haltbar mache. Am Anfang durfte ich meine Produkte in der HPP-Anlage einer großen Metzgerei in der Nähe von Nürnberg behandeln. Als mein Unternehmen dann anfing zu wachsen, habe ich 2017 zusammen mit meinem Investor die erste Anlage gekauft. Danach fragten mich immer mehr Lebensmittelhersteller, ob ich auch ihre Säfte mit meiner Anlage behandeln könnte. Schließlich beschlossen wir, diese Dienstleistung anzubieten.
Wie läuft die Dienstleistung ab?
Aust: Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder der Kunde hat sein Produkt schon HPP-fertig verpackt. Dann bucht er bei uns einen Slot. Anschließend bringt er die verpackte Ware, wir behandeln sie und normalerweise kann er sie am nächsten Tag wieder abholen. Oder wir unterstützen ihn zusätzlich bei der Produktentwicklung, das heißt, wir beraten ihn z. B. bei der Wahl der geeigneten Verpackung.
Welche Kriterien muss die Verpackung erfüllen?
Aust: Sie muss elastisch sein und außerdem sollte sie keine scharfen Kanten haben, das ist gerade bei Bechern wichtig, die sonst bei der Behandlung brechen können. Kunststoffverpackungen sind gut für die HPP-Behandlung geeignet. Die meisten Lebensmittel, die bei uns behandelt werden, sind in PET verpackt. Oft behandeln wir auch Produkte in Bag-in-Box-Verpackungen. Das sind z. B. 10-l-Bags mit Brei, den der Kunde nach der Haltbarmachung weiterverarbeitet.
Welche Anlagen haben Sie für die Hochdruckpasteurisierung zur Verfügung?
Aust: 2017 haben wir die erste Anlage von der spanischen Firma Hiperbaric gekauft, eine Hiperbaric 135. Der Druckkessel der Anlage hat ein Fassungsvermögen von 135 l. Die zweite Anlage haben wir im Herbst letzten Jahres gekauft und im Januar in Betrieb genommen. Es ist eine Hiberbaric 425, das heißt der Druckbehälter hat ein Fassungsvermögen von 425 l.




