Olaf Schüller
Der Nara-Schaufeltrockner arbeitet nach dem Prinzip der indirekten Wärmeübertragung, bei der das Produkt nicht unmittelbar mit dem Heiz- bzw. Kühlmedium in Berührung kommt. Eine Hohlwelle, die ebenfalls hohl ausgeführten Schaufeln und der doppelwandige Trog werden wahlweise mit Wasser, Dampf oder Öl erhitzt bzw. gekühlt. Die sehr große, produktberührte Kontaktfläche bewirkt einen äußerst effektiven Wärmeübergang. Zusätzlich sorgen die ineinandergreifenden Bewegungen der Schaufeln darüber hinaus für eine homogene, stetige Durchmischung des Materials.
Für Trocknungsprozesse wird die über das Produkt strömende Gasphase so eingestellt, dass die Brüden abgezogen werden und keine Kondensation erfolgt. Auf diese Weise werden die Gasmenge und der mit dieser korrelierende Wärmeverlust minimiert. Ökonomisch betrachtet, hat die Trocknung im Paddle Dryer mehrere Vorteile gegenüber anderen Verfahrensoptionen: Ein Stromtrockner ist nur für Kurzzeittrocknungen einsetzbar. Da sich bei diesem Verfahren keine Verweilzeit einstellen lässt, kann er für entsprechende Trocknungsaufgaben nicht eingesetzt werden. Ein Fließbetttrockner hat einen höheren Luft- bzw. Gasverbrauch als der Schaufeltrockner und benötigt entsprechend größer dimensionierte Anlagenkomponenten wie Gebläse und Rohrleitungen. Die größere Gasmenge für die Fließbetttrocknung führt dazu, dass mehr Gas mit höherer Temperatur nach der Trocknung an die Umgebung abgegeben wird. Damit ist der Energieverlust für den Fließbetttrockner deutlich höher als der des Schaufeltrockners.
Die in den Schaufeltrockner eingebrachte Wärmeenergie wird nahezu ausschließlich an das feuchte Produkt abgegeben. Geringer Gasstrom und geringe Oberflächenverluste aufgrund der kompakten Bauweise machen dieses Gerät zur hoch effizienten, energiesparenden Trocknungsalternative.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist die Trocknung von modifizierter Stärke. Diese spezielle Stärke muss im Gegensatz zu anderen Sorten nicht nur getrocknet, sondern auch auf Temperatur gehalten werden, damit sie die gewünschten Eigenschaften ausbildet. Im vorliegenden Fall wurden 2 t Stärke verarbeitet. Angepasst an die bereits vorhandene Anlagekonzeption des Auftraggebers wurde der Prozess als Batchverfahren ausgelegt.
Nachdem die Stärke getrocknet war, wurde sie für 45 min auf einer Temperatur von 130 °C gehalten. Im Anschluss an diesen Prozessschritt wurde die gesamte Trocknungskammer entleert und gereinigt, um eine Kreuzkontamination mehrerer Varianten dieser Stärke zu vermeiden.
Vergleichbar mit diesem Verfahren ist eine Anwendung für Weizen. Auch hier wurde der Schaufeltrockner als Reaktor benutzt, um die Gashaltefähigkeit des Weizens abzuschwächen. Bei einem zweiten, ebenfalls reaktiven Prozess wurde Weizenpulver geröstet, um es dann als eine Komponente im Currypulver zu verwenden.




