Schon auf den ersten Blick unterscheiden sich die Hygienic-Design-Kompaktschaltschränke von Rittal von konventionellen Edelstahlschränken. Produziert werden die Schaltschränke mit modernster Technik ebenfalls aus Edelstahl. Edelstahl ist korrosionsfest, zeichnet sich durch glatte Oberflächen aus und lässt sich einfach reinigen. Um die Messlatte in Sachen Hygiene weiter nach oben zu legen, wurden die Schränke jedoch von Grund auf neu konstruiert. Spalten, außenliegende Scharniere und Zwischenräume, die als Nistplätze für Mikroorganismen dienen und gefährliche Querkontamination fördern können, wurden gezielt eliminiert. Das spezielle Design – von der 30°-Dachneigung über die umlaufend abgeschrägten Türkantungen bis zum überhängenden Dach mit waagerechter Tropfkante zum Schutz der oberen Türdichtung – sorgt für schnelles und sicheres Ablaufen von Flüssigkeiten. So wird verhindert, dass sich bei der Reinigung aufgeschwemmte Rückstände am Gehäuse festsetzen. Die Hygienic-Design-Schränke gibt es serienmäßig als Kompaktschrank in acht verschiedenen Größen. Bei der Breite variieren die Schränke von 220 bis 810 mm, in der Tiefe von 155 bis 300 mm – und bei der Höhe (vorn) von 350 bis 1250 mm. Die Hygiene-Gehäuse bieten sicheren Schutz für die sensible Steuerungselektronik, die das Rückgrat für die hochautomatisierten Prozesse in der Lebensmittelfertigung bildet. Die mitten in der Produktion installierten HD-Schränke sind so ausgelegt, dass sie dicht halten und sich rückstandsfrei reinigen lassen. Voll einbringen können sie ihre Vorteile vor allem bei offenen Prozessen – also da, wo sensible Lebensmittel wie Frischfleisch, Fisch oder Milchprodukte noch unverpackt und unversiegelt bearbeitet werden.
Gefertigt werden die Kompaktschränke in Wissenbach, keine 20 km entfernt von der Unternehmenszentrale im hessischen Herborn. Wissenbach ist eine von elf Produktionsstätten, die das global tätige Unternehmen Rittal auf drei Kontinenten unterhält. Auf einer Produktionsfläche von insgesamt 8000 m2 entstehen hier seit 1990 Edelstahlgehäuse – und das in rationeller Serienfertigung. Das Fertigungsspektrum reicht von den Edelstahlvarianten des AE-Kompaktschranks über Bediengehäuse und Pultsysteme aus V2A bis hin zu den Kompaktschränken der Hygienic-Design-Familie (HD).
Schon bei ersten Produktionstests mit den speziellen HD-Schränken war klar, dass man es nicht mit Standardgehäusen zu tun hatte – und neue Wege bei der Fertigung gefordert waren. Während Rittal bei der Serienfertigung von AE-Gehäusen aus Edelstahl bis heute auf das prozesssichere WIG-Schweißen als Fügetechnik setzt, lief bei den deutlich komplexer gestalteten HD-Gehäusen von Beginn an alles auf das moderne Laserschweißen hinaus.
Die Fügetechnik Laserschweißen wartet mit einer Vielzahl an Vorteilen auf, die sich beim Schweißen der HD-Gehäuse gezielt nutzen lassen. Laserschweißen ist ein überaus präzises und bauteilschonendes Verfahren. Es funktioniert berührungslos und kommt komplett ohne Zusatzstoffe wie Schweißdraht aus. Selbst schwierige Konturen und Geometrien können sicher und exakt verschweißt werden. Typisch sind hohe Einschweißtiefen bei schmalen Nähten. Größtes Plus beim Laserschweißen ist der minimale Verzug. Die geringere Wärmeeinbringung beim Schweißvorgang sorgt für eine schonende Behandlung der Bauteile.




