Die Klimatisierung einer Schaltanlage in der Lebensmittelindustrie hat bisher viele Anwender vor große Herausforderungen gestellt. Bei einer geringen Wärmeentwicklung im Schaltschrank kommen dafür häufig Filterlüfter zum Einsatz. Doch entsteht durch den Einbau dieser Geräte eine Öffnung im Schaltschrank, durch die Feuchtigkeit bei der Reinigung eindringen kann. Aus diesem Grund sind zusätzlich Strahlwasserhauben notwendig, die die Filterlüfter schützen.
Die bessere Option für die Klimatisierung von Schaltanlagen in der Lebensmittelindustrie ist eine Wasserkühlung, da ein Luftaustausch zwischen Schaltschrank und Umgebung entfällt. Zudem steht Kühlwasser in lebensmittelverarbeitenden Betrieben häufig zentral zur Verfügung, was in diesem Zusammenhang ein großen Vorteil darstellt. Die bisher zur Verfügung stehenden Klimatisierungslösungen waren in Bezug auf das Hygienic Design jedoch nicht optimal. So war beim Anbau eines Luft-Wasser-Wärmetauschers die geforderte glatte Oberfläche durch ein integriertes Display unterbrochen. Auch Verschraubungen entsprachen nicht den Anforderungen des Hygienic Design: Beim Einbau eines Luft-Wasser-Wärmetauschers in den Schaltschrank waren die Verschraubungen von außen sichtbar. Zudem verringerte sich auf diese Weise der im Schaltschrank zur Verfügung stehende Platz.
Hygienic-Design-Wasserkühlung
Um auf die Forderungen zahlreicher Anwender aus der Lebensmittelindustrie zu reagieren, hat Rittal einen Luft-Wasser-Wärmetauscher auf den Markt gebracht, der den Richtlinien des Hygienic Design entspricht. Das Gerät ist für den Wandanbau am Schaltschrank vorgesehen und in zwei Kühlleistungsstufen erhältlich: 0,65 und 1,2 kW.
Das Kühlwasser nimmt die Wärmeenergie der Luft im Schaltschrank auf und transportiert sie über den Kühlwasserkreislauf ab. Zur Regelung der Schaltschrankinnentemperatur dient ein thermostatisch gesteuertes Magnetventil im Kühlwasserkreislauf. Ein Radialventilator sorgt für die Zirkulation der kühlen Luft im Schaltschrank.
Rittal hat die Konstruktion der Geräte an die Anforderungen der Hygienic-Design-Richtlinie angepasst: So ist die Befestigung an der Schaltschrankwand mit Gewindebolzen und Muttern gelöst, sodass von außen keine Verschraubung sichtbar ist. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das durch Strichschliff in Korn 400 eine Oberflächenrauheit Ra von weniger als 0,8 μm hat. Die glatten Oberflächen lassen sich – wie in der Hygienic-Design-Richtlinie gefordert – einfach reinigen bzw. desinfizieren. Mit der hohen Schutzart IP 59 widerstehen die Luft-Wasser-Wärmetauscher täglichen Reinigungsprozessen.
Rundherum gut abgedichtet
Für eine hygienegerechte Bauweise der Wärmetauscher sind an vielen Stellen der Geräte konstruktive Details notwendig. Dazu zählt beispielsweise eine Silikondichtung zwischen Gehäuse und Schaltschrank. Sie vermeidet, dass schlecht zu reinigende Spalten zwischen Luft-Wasser-Wärmetauscher und Schaltschrank entstehen. Da Verunreinigungen an Silikon schlecht haften, bietet die Dichtung ein zusätzliches Plus an Hygiene.




