Dipl.-Ing. D. Löbbering
Ein wesentliches Anwendungsgebiet des Online-Particle-Sizers (OPS) ist die mechanische Verfahrenstechnik. Mit diesem Messgerät lassen sich Prozesse wie Zerkleinern, Klassieren, Mischen und Trocknen optimieren. Aber auch bei der Granulierung und Kristallisation leistet der Online-Particle-Sizer wesentliche Dienste. Das Gerät ist direkt mit dem Prozess verbunden und informiert zeitnah über die Korngrößenverteilung.
Die umfangreichen Messwerte, die der OPS liefert, müssen für den Einsatz in einer konventionellen Regelung typischerweise auf eine Kenngröße reduziert werden, wertvolle Zusatzinformationen bleiben ungenutzt. Eine zum OPS gehörende Fuzzy-Regelung ist demgegenüber in der Lage, auch mehrere Messgrößen aus einem Produktionsprozess zu verarbeiten. Die Anbindung an vorhandene Leittechniken erfolgt optional über Profibus, Industrial Ethernet sowie über serielle oder anwenderspezifische Protokolle.
Der OPS ist ein Prozess-Messgerät. Es ist robust gebaut, wartungsfreundlich, selbstkalibrierend und GMP-gerecht. Seine Messgeschwindigkeit ist für eine direkte Prozessregelung geeignet.
Die Partikelgrößenbestimmung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, wobei die Beugung von Laserlicht vor allem in Laborgeräten zur Anwendung kommt. Bei diesem Messprinzip nutzt man die Welleneigenschaften des Lichts aus, die charakteristische Beugungsstrukturen hervorruft. Zur Auswertung müssen diese komplizierten Intensitätsverteilungen genau gemessen, und in einem aufwendigen mathematischen Verfahren auf die Partikelgröße zurückgerechnet werden.
Der OPS arbeitet nach dem Time Of Transition Prinzip: Ein Laserstrahl wird so stark fokussiert, dass sein Durchmesser im Bereich von einigen µm liegt. Der Strahl wird gleichzeitig schnell abgelenkt und zwar quer zu seiner Ausbreitungsrichtung. Hinter der Fokusebene misst ein Detektor die ankommende Lichtintensität. Befinden sich Partikel in dem Fokusbereich, so überstreicht sie der schnell bewegte Laserstrahl und wird dabei unterbrochen. Die vom Detektor erfasste Lichtintensität sinkt sehr schnell auf Null. Sie steigt sofort wieder an, wenn keine Partikel mehr im Strahlengang sind. Bei bekannter Ablenkgeschwindigkeit des Strahls lässt sich aus der Dauer der Dunkelphase problemlos der Partikeldurchmesser ermitteln. Dieses Messprinzip vereint in sich mehrere Vorzüge:
• Die Arbeitsweise des OPS basiert auf einer Zeitmessung, die mit modernen Quarzoszillatoren einfach und sehr genau durchgeführt werden kann. Eine Kalibrierung auf verschiedene Produkte entfällt.




