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    Technik

    Immer einen Schritt voraus

    In Zeiten komplexer und arbeitsteiliger Produktionsprozesse kommt einer professionell vorausschauenden Planung eine zentrale Bedeutung zu. Die
    Veröffentlicht
    15. September 2008
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Mit einem Ausstoß von 6,1 Mio. Hektolitern im Jahr zählt die Warsteiner-Gruppe zu den Markenführern in Deutschland. Parallel zur kontinuierlich gestiegenen Produktvielfalt wuchsen auch die Anforderungen an Planung und Steuerung. Zwischen Rohstoff- und Materialbestellung, Sudhaus, Abfüllung und Logistik kommt es auf reibungslose Kommunikation an, damit die Brauerei die hohen Qualitätsanforderungen erfüllen und die Liefertermine einhalten kann. Die wachsende Produktvielfalt konnte mittelfristig nicht ohne Auswirkungen auf das immer komplexer werdende Planungsmanagement des Unternehmens bleiben. Lange Zeit gelang das mit der Kombination aus dem ERP-System von SAP und einem selbst erstelltem Planungstool. Die gesamte Materialbedarfs- und Abfüllplanung für die Standorte Warstein und Paderborn wurden bereits zentral gesteuert. Das hatte den Schönheitsfehler, dass es sich hier um eine Insellösung mit einer redundanten Stammdatenhaltung handelte. Zudem zeichnete sich ab, dass die Komplexität der Planung mit jeder Produktinnovation wuchs und das System auf eine harte Probe stellte. Die Produktion und Logistik waren nicht in ausreichendem Maße involviert, sodass die Notwendigkeit einer kostenoptimierten zentralen Produktionsplanung immer deutlicher wurde.

    Die Warsteiner Brauerei entschied sich deshalb, die Planung durch ein integriertes Produktionsplanungssystem zu ersetzen, das Schritt für Schritt die gesamte Wertschöpfungskette an den Standorten Warstein und Paderborn darstellen kann. Nach umfassender Marktsondierung entschied sich das Sauerländer Traditionsunternehmen für Infor: Ausschlaggebend für diese Entscheidung war neben den grundlegenden, geschäftsspezifischen Softwarefunktionen das Branchen-Know-how von Infor. Immerhin arbeiten sieben der zehn weltweit größten Brauereien, darunter Foster und Inbev, mit Infor-Lösungen.

    Infor Supply Chain Planning (SCM) Advanced Scheduling ist speziell auf die Bedürfnisse der Nahrungs-, Getränke- und Genussmittelindustrie zugeschnitten. Insbesondere der komplexe Bierherstellungsprozess, der Umgang mit Mischgetränken und die Leergutproblematik lassen sich mit dem System abbilden: Vordefinierte Prozesse erleichtern es den Anwendern, die Bierherstellung zu optimieren, Umrüstzeiten und -kosten zu reduzieren und so den Ausstoß ohne Kostenanstieg zu erhöhen. Mit leistungsstarker Beschränkungsbasierung werden linienübergreifend sämtliche Betriebsabläufe terminiert und Wechselbeziehungen berücksichtigt. Das Ergebnis ist ein vollständig und minutengenau synchronisierter Zeitplan. Die Software gibt die nötige Übersicht über die Beschränkungen durch Tank- und Silokapazitäten und den Produktfluss zwischen den einzelnen Punkten im Ablauf, einschließlich Haltbarkeit, Reifezeiten, Lagerbeschränkungen und sich überlappender Prozesse. Die grafische Darstellung der Produktionslinien und die visuelle Anzeige potenzieller Verzögerungen oder Zeitplanungskonflikte steigern die Planungsproduktivität enorm. Unternehmen haben ihre Anlagenabläufe im Griff, erzielen messbare Verbesserungen bei Fertigung und Service und wirtschaften rentabler. Gleichzeitig schafft Advanced Scheduling mehr Transparenz und ermöglicht es, Synergien übergreifend zu nutzen.

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    Vor dem Projekt skizzierten die Verantwortlichen von Warsteiner ihre Erwartungen für die Bereiche Materialbedarf, Produktion, Abfüllung und Logistik und glichen die Anforderungen mit bereits im Standard abgedeckten Funktionalitäten von Advanced Scheduling ab. Dabei zeigte sich, dass der Anpassungsbedarf gering war, was sich positiv auf die Implementierungszeit auswirkte. Zusätzlicher Vorteil: Das Unternehmen konnte grundsätzlich auf die bestehenden zentralisierten Planungsstrukturen aufsetzen und die modulare Infor-Lösung in die bestehende IT-Landschaft integrieren. Man entschied sich, das gesamte Projekt in zwei Phasen zu unterteilen. Zunächst sollten Filtration und Abfüllung mit Advanced Scheduling geplant und gesteuert werden, danach die Integration der Sudhausplanung folgen.

    „Wir verzeichnen eine höhere Artikelvielfalt und mehr Ausstoß und erreichen dennoch eine 100%ige Liefertreue”, fasst Hans-Rüdiger Hoffmann zusammen, wie sich Advanced Scheduling im täglichen Betrieb bewährt. Der Diplom-Braumeister ist Abteilungsleiter für die Produktionsplanung bei der Warsteiner und Paderborner Brauerei. Mehr Transparenz im Vergleich zur vorherigen Lösung hilft den Mitarbeitern, mit der Planung immer einen Schritt voraus zu sein. Jede Abteilung erhält die für sie wichtigen Informationen. Diese Daten sind fortlaufend über den WebViewer, das internetbasierte Interface von Infor, abrufbar. Effizienzgewinne erreicht die Warsteiner Brauerei auch bei der langfristigen Planung: „Mischgetränke unterliegen saisonalen Schwankungen, die abgebildet und geplant werden müssen”, sagt Hoffmann. „Mit Advanced Scheduling können wir die Planung vorausschauend langfristig anlegen sowie Produktionsspitzen frühzeitig erkennen und abfedern.”

    Mehr Transparenz und Weitblick wirken sich nicht nur auf die Rohstoffplanung, sondern auch auf das Vollgut im Lager aus. Durch Just-in-Time-Anlieferung der Ausstattungsmaterialien konnten so die Materialbestände deutlich reduziert werden.

    „Wir haben die Flexibilität des Infor-Systems bereits zu schätzen gelernt”, so Hoffmann weiter. „Wenn beispielsweise der Markt neue Produkte anfordert, so können wir die notwendigen Prozesse kurzfristig abbilden und durch den Vergleich verschiedener Produktionsszenarien die günstigste ermitteln.” Derzeit ist das Projektteam dabei, neben den Modulen für Filtration und Abfüllung die Prozesse im Sudhaus in einem weiteren Modul darzustellen und zentral zu steuern. Ziel ist es, für jede Prozessstufe eine kostenoptimierte Produktherstellung zu gewährleisten. Anschließend soll die voll integrierte Planung in Betrieb gehen – vom Abruf der Malzbestellung über Einlagerung und Gärung im Sudhaus sowie Abfüllung mit Zeit-, Mengen- und Sortenplanung bis zur Logistik mit Lagerauslastung und Abholung.

    Schon jetzt profitieren auch weitere Beteiligungen der Warsteiner-Gruppe von der Infor-Lösung: Die bayerische König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg und die Frankenheim Brauerei in Düsseldorf sind bereits in die Logistik (Containerplanung) einbezogen. Ein Beispiel: Das Weißbier aus Fürstenfeldbruck wird in Containern nach Paderborn geliefert, um von dort in die USA verschifft zu werden. Dazu wird es kurz in Tanks zwischengelagert, in der Paderborner Abfüllung in Einwegflaschen gefüllt und in Kartons verpackt auf die Reise geschickt. Damit die entsprechenden Maschinenkapazitäten sowie das Vollgut vorhanden sind, wird mit Advanced Scheduling vorgeplant.

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