Dipl.-Ing. (FH) Stefan Dausend
Hoher Kostendruck bei der Projektierung, Konstruktion, Verdrahtung, Dokumentation, etc. führt zur Modularisierung und zur Standardisierung von Hard- und Software für die verschiedenen Ausbaustufen und Varianten einer Maschine. Die auf den ersten Blick gegensätzlichen Anforderungen – individuelle Konfiguration einer Station und flexible Ausbaustufen unter Beibehaltung der Konfiguration sowie des Steuerprogramms – werden durch das beim dezentralen Peripheriesystem ET 200S neu eingeführten Optionenhandling erfüllt.
Entsprechend den Anwenderwünschen und der geforderten Funktionalität bestehen die Peripheriesysteme meist aus einem notwendigen Minimalausbau sowie den erforderlichen Komponenten für Optionen bzw. Zusatzfunktionen. Um die Kosten für ungenutzte Ein- und Ausgangskanäle zu sparen, tendiert der Markt seit einigen Jahren verstärkt hin zu feinmodularen Peripheriesystemen, bei denen sich Anzahl und Typ der Ein- und Ausgangskanäle exakt an die Anforderung der ausgelieferten Anlage bzw. Maschine anpassen lässt. Die früher bei vielkanaligen Peripheriesystemen überzähligen und damit ungenutzten Kanäle entfallen hier. Nachteilig ist bei exakt ausgelegten Peripheriestationen jedoch, dass jede mit Optionen und Erweiterungen ausgestattete Station immer wieder neu projektiert werden muss. Aber nicht nur diese zusätzliche Projektierung verursacht Kosten, sondern auch die Konstruktion, Verdrahtung, und Dokumentation jeder Ausstattungsvariante. Um diese, zusammenfassend als Engineering-Kosten bezeichneten Aufwände zu reduzieren, ist eine ganzheitliche Betrachtung nötig.
Dabei sollen folgende Ziele erreicht werden:
- konstant gleiche E/A-Adressen über alle Varianten
- Möglichkeit der Stammverdrahtung, insbesondere für häufig georderte Optionen
- Nachrüsten von Optionen ohne erneute Projektierung der Station
- Freischalten von optionalen Peripheriemodulen durch das SPS-Programm
- einfache Diagnose aller auftretenden Fehler, unabhängig von der aktuellen Ausbauvariante – ohne Programmänderungen
Mit dem dezentralen Peripheriesystem Simatic ET 200S in Verbindung mit der Projektierung mittels Step 7 werden diese Ziele erreicht.
Dazu kann jedes Peripheriemodul einer ET 200S mit einer freien E/A-Adresse belegt werden, die sich auch bei Einfügen weiterer Peripheriemodule nicht mehr ändert. Erst dadurch ist es möglich, auch über Maschinen- und Anlagenmodule hinweg nutzbare Softwaremodule mit konstanter Peripherieadressierung zu erzeugen. Aber nicht nur die E/A-Adressen bleiben kons-tant, sondern auch die Diagnosemeldungen, die normgerecht bei Bedarf übertragen werden. Für die einfache Auswertung dieser normierten Meldungen stehen Standard-Funktionsbausteine zur Verfügung, die lediglich eingespielt und parametriert werden müssen – fertig ist die kanalgenaue Diagnose samt Bildern für die gängigsten HMI-Systeme.




