Die Preise für Palmöl, Kakao und Zucker sind in kräftiger Bewegung. Die EU lässt Stevia zu und löst damit einen wahren Hype um diese Pflanze mit der starken Süßkraft aus. Kurzum: Es gibt viele Gründe, sich genauer mit dem Thema Rohstoffe für die Süßwarenindustrie auseinanderzusetzen.
Genau das wird die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft, kurz ZDS, auf ihrem Kongress Ingredients For Sweets tun. Natürlich stehen nicht nur Preise und Verfügbarkeit der Rohstoffe im Fokus der Kongressbeiträge, sondern auch rechtliche Aspekte sowie Trends und Entwicklungen bei der Gewinnung und dem Einsatz dieser Ingredients. Eine Foyerausstellung in der sich Ingredients-Spezialisten wie Chr. Hansen, Norevo oder Walter Rau Neusser Öl und Fett vorstellen, rundet das umfangreiche Kongressangebot ab.
Der Kongress richtet sich vorrangig an Vertreter der Süßwarenindustrie und hier insbesondere an Fachleute aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Marketing.
Der Markt für Süßwarenrohstoffe ist globaler denn je. Das macht die Rohstoffbeschaffung nicht nur zu einem hochkomplexen Vorgang, sondern ist auch mit beachtlichen Risiken verbunden. Das beweisen die Statistiken des RASFF, dem Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel der Europäischen Union. Demnach sind Rohstoffimporte aus China, der Türkei sowie afrikanischen und südostasiatischen Staaten mit einem erhöhten Risiko von Produktkontaminationen verbunden. Das bedeutet für Süßwarenhersteller, die auf den internationalen Beschaffungsmärkten unterwegs sind, erhöhte Aufmerksamkeit und ein effizientes Risikomanagement.
Die Rohstoffe, die um den Globus transportiert werden, müssen entsprechend verpackt sein. Auch hier lauern Gefahren wie Undichtigkeiten, die Migration von Verpackungsbestandteilen oder Kreuzkontaminationen. Nicht selten und mit einiger zeitlicher Verzögerung enden derartige Probleme beim Produktrückruf.
Mit den Risiken bei Beschaffung, Verpackung und Transport von Rohstoffen beschäftigt sich Anselm Elles von der AFC Risk & Crisis Consult GmbH. Sein Vortrag steht am Vormittag des ersten Kongresstages auf dem Programm.
Bis vor wenigen Jahren zählten Schokolade und Molkereiprodukte in China zu den eher exotischen Produkten, die kaum nachgefragt wurden. Durch die Öffnung des Landes, die Europäisierung bzw. Amerikanisierung des Lebensstils hat sich das deutlich geändert. Schokolade und andere Süßwaren sowie verschiedene Molkereiprodukte sind populär. Die Folgen dieser Entwicklung sind dramatisch: Innerhalb der letzten fünf Jahre ist in China der Verbrauch von Vollmilchpulver um rund 40 % auf insgesamt 135 Mio. t im Jahr 2011 gestiegen. Hinzu kommt, dass China Rohstoffe wie Vollmilch- und Molkepulver oder Milchzucker verstärkt auf den internationalen Märkten einkauft. Die Ursache hierfür liegt in diversen Produktskandalen, die von chinesischen Rohstofflieferanten verursacht wurden und für nachhaltige Verunsicherung sorgten.




