Durch Mikroverkapselung lassen sich Rohstoffe sehr gut schützen und optimieren. Heute sind die Verfahren so ausgereift, dass sich die Reaktionen mit der Umgebung gezielt steuern lassen. Raps setzt dafür neben der Wirbelschichttechnologie auch das Luftgleitschichtverfahren ein. Die Einsatzgebiete für die so behandelten Rohstoffe sind sehr vielfältig: Von Süßwaren, Backwaren, Fleischprodukten, Molkereiprodukten, TK-Produkten oder ausgefallenen Würzungen lassen sich Produkteigenschaften exakt einstellen. So können Anwender mithilfe der Mikroverkapselung beispielsweise die Aromenfreisetzung gezielt steuern und sogar in zeitlicher Abfolge einsetzen. Das ermöglicht ausgefallene Geschmackserlebnisse und besondere Produkteigenschaften.
Besonders interessant ist die Mikroverkapselung von Aromen in sogenannten Flavocaps: Hier kann exakt definiert werden, ob diese ihr Inneres bereits beim ersten Biss, während des Kauens, oder auch erst beim Herunterschlucken freigeben. Besondere Effekte können Lebensmittelhersteller mit ihnen erzielen, wenn gegensätzliche Aromen und Geschmacksrichtungen eingesetzt werden.
Sowohl die Haltbarkeit als auch die technologischen Eigenschaften von Rohstoffen während der Verarbeitung können mithilfe der Mikroverkapselung beeinflusst werden. Ein häufiges Problem ist die Hygroskopizität bestimmter Inhaltsstoffe, allen voran Zucker. Hier lässt sich erreichen, dass weniger Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft angezogen wird. In farbintensiven Würzungen hingegen kann eine ganz andere Herausforderung gelöst werden: Häufig bluten die Farbstoffe aus und beeinträchtigen die Optik der Produkte. Auch dies kann eine Mikroverkapselung verhindern.
Diese Verfahren können auch die Wirksamkeit und Qualität von festen und flüssigen bioaktiven Inhaltsstoffen verbessern. So kann ein funktionelles Coating Vitamine vor Oxidation schützen. Gleichzeitig dient die Mikroverkapselung dazu, bioaktive Wirkstoffe kontrolliert freizusetzen. Probiotische Kulturen lösen sich beispielsweise erst im Darm aus ihrer Schutzhülle und bleiben auf ihrem Weg durch das saure Milieu des Magens unversehrt.
Bewährte Wirbelschichttechnologie
Die Wirbelschichttechnologie lässt sich beispielsweise dazu nutzen, Gewürzprodukte streufähig zu halten und mit bestimmten Eigenschaften zu versehen. Bei diesem Verfahren wird konditionierte, filtrierte Luft über eine Lochplatte am Boden in die Prozesskammer gesaugt. Dort wird das streufähige Trägermaterial verwirbelt, während gleichzeitig mit dem Luftstrom eine Zweistoffdüse den Hilfsstoff auf die Vorlage aufsprüht. Wird ein Trägerstoff mit atomisiertem Fett besprüht, rekristallisieren die Fetttröpfchen auf der Oberfläche und bilden einen geschlossenen Film – dabei können auch mehrere Beschichtungen nacheinander aufgetragen werden. Auch wässrige Systeme können eingesetzt werden, dann ist noch ein Trocknungsprozess erforderlich.




