Bei der Auslegung der Verdampfer wird stets darauf geachtet, den zum Betrieb der Anlage benötigten Energieeinsatz zu reduzieren. In der Vergangenheit wurde dies über die mehrstufige Anlagenschaltung und die Anwendung der thermischen Brüdenkompression realisiert. Heute werden Eindampfanlagen vermehrt mit mechanischer Brüdenverdichtung (MBV) ausgestattet und arbeiten äußerst energieeffizient gemäß dem Prinzip eines offenen Wärmepumpensystems. Als mechanische Brüdenverdichter sind heute sparsame radiale Hochdruckventilatoren Stand der Technik.
Die umweltfreundlichste und zugleich wirtschaftlichste Möglichkeit bietet die Nutzung von Abfalldampf, beispielsweise Trocknerabdampf, zur Beheizung der Eindampfanlage. Die neueste Entwicklung ist die Kombination mit einer Membranfiltrationsanlage, wobei diese dann zur Vorkonzentrierung und der Verdampfer zur Hochkonzentrierung genutzt wird. Dadurch kann der Verdampfer deutlich kleiner ausfallen und somit auch der Energiebedarf reduziert werden.
Die Betriebskosten einer mit Direktdampf beheizten, vierstufigen Eindampfanlage für Fermentationsbrühen konnten durch den Umbau mit zwei mechanischen Brüdenverdichtern erheblich gesenkt werden. Die Eindampfanlage, konzipiert für 30 t/h Wasserverdampfung, hatte einen ursprünglichen Heizdampfbedarf von 8 t/h Frischdampf. Durch den Umbau und die Beheizung mit mechanischer Brüdenverdichtung ließ sich der Energieverbrauch auf 760 kW elektrischer Energie senken. In Europa (Kosten: ca. 30 Euro/t Dampf, elektrische Energie 0,1 Euro/kWh) würde das eine Einsparung der jährlichen Betriebskosten von ca. 1,3 Mio. Euro pro Jahr (bei 8000 Betriebsstunden im Jahr) einbringen. Bei einem Investitionsvolumen von weniger als 1,5 Mio. Euro rechnet sich der Umbau bereits nach nur 14 Monaten Laufzeit.
Auch in einem weiteren Anwendungsfall wurde eine bestehende mehrstufige Eindampfanlage durch GEA Wiegand umgebaut. Autolysierte Bierhefe wurde dort von 6 auf 45 % TS in zwei drei- und fünfstufigen dampfgespeisten Eindampfern aufkonzentriert. Eine der beiden Anlagen wurde von GEA Wiegand 1957 geliefert und war immer noch in Betrieb. Das Unternehmen hat diese Anlagen bei Uni- lever UK zur Produktion von Marmite durch eine moderne, energetisch effiziente einstufige Eindampfanlage mit mechanischer Brüdenverdichtung ersetzt. Die Energieeinsparung beträgt etwa 60 % im Vergleich zu den beiden alten Anlagen. Unter günstigen Bedingungen liegt der spezifische Energiebedarf einer Fallstrom-Eindampfanlage mit mechanischer Brüdenverdichtung durch Hochleistungsventilatoren bei nur 8 bis 10 kWh pro 1000 kg verdampftem Wasser. Dieser Wert kann unter ungünstigen Bedingungen bis auf 20 bis 30 kWh pro 1000 kg ansteigen, liegt aber auch dann noch mehr als 50 % unter dem Energiebedarf konventionell beheizter Anlagen.




