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    Kabel war gestern
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    Technik

    Kabel war gestern

    Die Welt wird drahtlos – zumindest wenn man der Computer- und Telekommunikationsbranche glauben schenken will. Der Fuldaer Mess- und
    Veröffentlicht
    10. September 2013
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Vorbei sind die Zeiten des endlosen Kabelwirrwarrs unter dem heimischen Schreibtisch, der PC kommuniziert wireless mit Mäusen, Tastaturen und Druckern. Was im Consumer-Bereich schon lange Alltag ist, gilt in vielen Industriebereichen immer noch als Besonderheit. Das Kabel ist hier das Maß aller Dinge, da es als zuverlässig, robust und langlebig gilt. Jumo bietet dagegen bereits seit mehreren Jahren drahtlose Lösungen zur Übertragung von Temperaturmesswerten. Nun wurde diese Technik auch auf die Druckmessung übertragen. Der Jumo Wtrans p ist der erste hauseigene Druckmessumformer mit Messwertübertragung per Funk. Eine drahtlose Druckmessung ist immer dann sinnvoll und hilfreich, wenn eine Kabelverlegung technisch zu aufwendig oder zu kostspielig ist, wenn hohe Anforderungen an Mobilität und Flexibilität gestellt werden oder wenn bei Nachrüstungen der Montageaufwand möglichst gering gehalten werden soll. Einsatzgebiete für den Wtrans p liegen beispielsweise in stationären Anlagen, wie etwa bei der Filterüberwachung von Abgasen, in Kälte- und Heizungsanlagen oder im Gebäudemanagement. Besonders bei weitläufigen Firmengeländen mit dezentralen Tanks ist der Aufwand für die Installation kabelgebundener Druckmessanlagen groß, da die Messpunkte teils weit verstreut und in großer Höhe liegen. Auch bei der nachträglichen Automatisierung von Anlagen und der damit verbundenen Erfassung zusätzlicher Messpunkte stehen Anwender oft im wahrsten Sinne des Wortes vor unüberwindlichen Hindernissen wie Straßen, Schienen oder Gewässern.

    Ein drahtloser Druckmessumformer kann aber auch bei temporären Messungen, wie sie bei Prozessoptimierungen, Pilotanlagen oder Wartungsaufgaben erforderlich sind, eine große Hilfe sein. Häufig würde der Aufwand für eine kabelgebundene Lösung hier in keiner Relation zum tatsächlichen Nutzen stehen. Besonders kompliziert waren bisher auch Messungen an rotierenden, beweglichen oder nicht fest montierten Anlageteilen. So ist die Füllstandmessung an mobilen Behältern oder die Druckmessung an Förder- oder Transportanlagen oft mit einem enormen installationstechnischen Aufwand verbunden. Eine kabellose Lösung hilft hier, Zeit und vor allen Dingen auch Kosten einzusparen.

    Doch wie genau ist die kabellose Druckmessung? Der Jumo Wtrans p sendet zuverlässig bis zu einer Reichweite von 300 m. Dabei wird das lizenzfreie 868,4-MHz-SRD-Band genutzt, das in fast ganz Europa uneingeschränkt verfügbar ist. Der Druckmessumformer ist in Schutzart IP 67 ausgeführt und besonders gut vor Feuchtigkeit und Vibrationen geschützt. Senderseitig ist ein Einsatz in einem Temperaturbereich von -30 bis +85 °C möglich, einer Anwendung unter extremen klimatischen Bedingungen steht damit nichts im Wege. Der Wtrans p erfasst Relativ- und Absolutdrücke von 250 mbar bis 600 bar. Als Sendeintervall können 500 ms bis 3600 s gewählt werden.

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    Für den Einsatz in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie bei Messbereichen bis 100 bar bietet Jumo mit dem Peka-Adaptersystem eine EHEDG-konforme Geräteausführung mit frontbündigen, hygienischen Anschlüssen an. Die Dichtungen dieser Ausführung entsprechen auch den hohen Anforderungen der FDA (Food and Drug Administration).

    Die Frage nach der Batterielebensdauer lässt Anwender manchmal vor dem Einsatz drahtloser Geräte zurückschrecken. Die im Sender des Wtrans p platzierte Lithiumbatterie ist eine Sonderausführung für den industriellen Einsatz und hält zum Beispiel bei einem Sende- intervall von fünf Sekunden bis zu einem Jahr. Bei nachlassender Leistung wird der Anwender rechtzeitig über den anstehenden Austausch informiert. Hierzu kann der Anwender einen Schwellenwert vorgeben. Sinkt der Batteriestatus unter diesen Wert, wird eine Alarmmeldung ausgegeben.

    Im Innenleben des Wtrans p kommt bewährte Jumo-Technik zum Einsatz. Die Empfangseinheit stellt die Messwerte wahlweise über vier Analogausgänge oder über zwei Analogausgänge und zwei potenzialfreie Relais sowie über eine RS485-Schnittstelle mit Modbus-Protokoll zur Verfügung. Pro Empfänger können bis zu 16 drahtlose Sender bedient werden, die auch andere Messgrößen wie etwa Temperatur, Widerstand oder Spannung übertragen können.

    Der Druckmessumformer ist programmierbar und wird über eine Set-up-Software via Laptop konfiguriert. Prozessparameter lassen sich so einfach und sicher auf weitere Geräte übertragen, sobald sie einmal ermittelt und gespeichert wurden. Die zahlreichen werksseitig eingestellten Nennmessbereiche können im Empfängerteil ohne Genauigkeitsverlust skaliert werden und ermöglichen es so, mehrere Messaufgaben mit nur einem Gerät abzudecken.

    Eine weitere Besonderheit des Wtrans-Systems: Mithilfe einer kundenspezifischen Linearisierung lassen sich spezielle Anwendungen implementieren. Auf Basis von 40 Wertepaaren ist es möglich, entweder eine lineare Approximation vorzunehmen oder daraus eine Polynomfunktion vierter Ordnung als spezifische Kennlinie ermitteln zu lassen. Alternativ kann die Polynomfunktion durch eine direkte Eingabe der Parameter erzielt werden. Zusätzlich lässt sich ein Messwertdiagramm mit in das Set-up einbinden. Diese grafische Überwachung zur Analyse und Dokumentation der Messwerte ist vor allem bei der Inbetriebnahme von Anlagen sehr nützlich.

    Halle 4A, Stand 341

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