Das richtige Maß an Kalibrierung zu finden, ist eine Herausforderung für Unternehmen, die auf präzise Messergebnisse angewiesen sind. Endress+Hauser hat zwei neue Methoden zur Optimierung von Kalibrierintervallen entwickelt. Diese haben das Potenzial, das schwer fassbare Kosten-Risiko-Verhältnis in die optimale Balance zu bringen.
Selbst die genauesten Messgeräte weisen Messfehler auf, die sich in der Regel mit der Zeit erhöhen. Solche Fehler müssen regelmäßig quantifiziert werden, um festzustellen, ob die Messungen zuverlässig genug sind, um ihren Verwendungszweck zu erfüllen. Dies erfüllt die Kalibrierung. Sie ist der Vergleichsprozess der Ausgangswerte eines Messgerätes mit einer bekannten Referenz für eine bestimmte Messgröße. Eine Kalibrierung soll die Messfehler eines Gerätes ermitteln, oft UUT (Unit Under Test) genannt. Ein UUT kann wiederum als Referenz zur Kalibrierung eines anderen Gerätes verwendet werden. Letztlich führt diese Kette von Kalibrierungen zurück zu nationalen oder internationalen Primärreferenzen, die so eine Garantie für eine messtechnische Rückverfolgbarkeit schaffen.
Die gemeinsame Referenz für Messungen erlaubt Industrieunternehmen, eine Vergleichbarkeit und einen Transfer von Produktrezepturen zu jedem beliebigen Ort der Welt herzustellen. Kalibrierungen ermöglichen es auch, Messgeräte zu verwalten und Messdrifts zu erkennen, die sich negativ auf die Einhaltung von Produktrezepturen und damit verbundene Produktionsprozesse auswirken. Dennoch kalibrieren viele Unternehmen nur, wenn sie wegen lokaler Anforderungen oder Qualitätsvorgaben dazu gezwungen sind. Selbst in einfachen Prozessen kann über einen längeren Zeitraum hinweg ein kleiner Messfehler zu einer erheblichen Verschwendung von Ressourcen wie Energie und Rohstoffen führen, deren Kosten die einer Kalibrierung bei weitem übertreffen. Sind Sicherheits- und Umweltbelange davon betroffen, sollte die Notwendigkeit von regelmäßigen Kalibrierungen generell außer Frage stehen.
Kalibrierintervalle als Quelle für Mehrwert
Kalibrierungen werden oft eher als kostspieliger Aufwand denn als potenzielle Quelle für Mehrwert wahrgenommen. Oft erfolgen Kalibrierungen starr nach festgelegten Regeln, anstatt Regeln anzupassen, um das Produktionsrisiko zu minimieren und mehr Prozesskontrolle zu erhalten. Fixe Kalibrierintervalle sind eine typische Folge dieser starren und veralteten Regeln. Kalibrierintervalle sollten so gewählt werden, dass bei einem tolerierbaren Risiko ein Messfehler nicht außerhalb eines akzeptablen Bereichs abgedriftet ist.
In der Praxis wird das meist anders gehandhabt: Oft sind Kalibrierintervalle pauschal auf ein Jahr definiert – der Bequemlichkeit halber, da sie sich gut in jährliche Planungszyklen einarbeiten lassen.




