Dipl.-Ing. Hans Jahn
Jede von Menschen genutzte Einrichtung ist zugleich potentieller Lebensraum vieler Ungezieferarten. Kaum ein Verantwortlicher in der Gebäudeunterhaltung und im Hygiene- und Reinigungsmanagement, der sich nicht irgendwann einmal mit der Thematik Schädlingsbekämpfung auseinandersetzen muss. Jedoch bleibt in der akuten Befallssituation oft nicht die Zeit, um sich intensiv über Vorgehensweise und Strategie zu informieren. Schnelle Hilfe ist gefordert. So greifen die Unternehmen häufig zum Erstbesten, der die Lösung der Probleme sofort verspricht. Dies ist allerdings nicht immer das Sinnvollste. So gibt es hochinnovative Dienstleistungsunternehmen, die die Anforderungen, die der Markt, die Gesellschaft, der Gesetzgeber und die Rechtsprechung an die Schädlingsbekämpfung stellen, effektiv umsetzen. Hierbei wird nicht mehr ausschließlich von Schädlingsbekämpfung, sondern sehr erfolgreich von Schädlingsfreihaltung gesprochen. Und dass dies funktioniert, beweist die Praxis. So hat das QPM, ein wirksames Analyse-, Tilgungs- und Überwachungssystem mit Nachweisdokumentation zur Erkennung, Bekämpfung und Verhütung von Schädlingen, in wenigen Jahren erfolgreich Einzug in Unternehmen der Ernährungswirtschaft gehalten und die dortigen hohen Anforderungen umgesetzt.
Viele Unternehmen, darunter Food- und Nonfood-Betriebe, Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, der Medizintechnik und Einrichtungen des Gesundheitswesens, verfügen bereits über ein maßgeschneidertes Analyse-, Tilgungs- und Überwachungsprogramm zur Schädlingsbekämpfung und Schädlingsfreihaltung. Diese Aktivitäten bilden dort sogar einen festen Bestandteil im betrieblichen Qualitätsmanagement. Welche Maßnahmen geeignet sind, Probleme durch Schädlinge in Facilities auszuschalten bzw. stark zu mindern, werden im DiLogic-Pflichtenheft aufgezeigt.
Das Innere von Gebäuden bietet Schädlingen geradezu ideale Lebens- und Vermehrungsbedingungen. Aber auch die Verhältnisse in der Umgebung von Gebäuden haben unmittelbaren Einfluss auf die zu erwartende Ungezieferfauna in Facilities. In Abbildung 1 sind die schädlingsrelevanten Problemstellen und die einen Befall begünstigenden ökologischen Faktoren dargestellt. Aus der Fülle der in Gebäuden vorkommenden Ungezieferarten sind Schaben, Mäuse, Ratten, Fliegen und Ameisen in den meisten Fällen für Probleme verantwortlich. Die schädlichen Auswirkungen eines Ungezieferbefalls sind dabei vielfältig.
In der Vergangenheit standen Bekämpfungen (vorbeugend oder bei akutem Befall) im Vordergrund. Die Denk- und Vorgehensweise hat sich jedoch in den letzten Jahren entscheidend verändert. Heute sind systematische Maßnahmen zur Schädlingsprophylaxe und Schädlingsfreihaltung gefragt. Darunter sind organisatorische, bauliche und hygienische Maßnahmen zu verstehen, um das Eindringen, die Vermehrung und die Ausbreitung von Schädlingen drastisch zu vermindern.




