Der Gerolsteiner Brunnen liegt inmitten der Vulkaneifel. Seit fast 115 Jahren wird hier Mineralwasser produziert. Gegründet wurde das Unternehmen 1888 von Wilhelm Castendyck, einem Bergwerksdirektor. Bereits 1900 wurden in seinem Betrieb 3,2 Mio. Flaschen mit dem Mineralwasser gefüllt. Ab dem Jahr 1954 übernahm Gerolsteiner eine Reihe von regionalen Brunnen. Das Ergebnis: Die Absatzzahlen überstiegen erstmals 100 Mio. Flaschen pro Jahr. 1979 stieg die Bitburger Brauerei bei Gerolsteiner ein. Nach dem Zusammenschluss mit dem Gerolsteiner Flora-Brunnen erfolgte 1988 die Umfirmierung in Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. Zwischenzeitlich liegt die jährliche Abfüllmenge bei 3,3 Mio. Hektolitern und der Gerolsteiner Sprudel wurde die Nummer Eins unter den CO2-haltigen Mineralwässern.
Um seine Wettberwerbsfähigkeit zu sichern und das TQM-Konzept umzusetzen, entschloss sich Gerolsteiner 1999, jede Palette, die aus der Produktion kommt, mit einem Etikett zu versehen, auf dem alle produktionsrelevanten Daten zusammengefasst sind. Ein weiterer Grund für die Einführung dieser Etiketten war die Erwartung, dass auch der Handel in Zukunft verstärkt mit Barcodes arbeiten wird.
Der Einsatz von schwer zu entfernenden Selbstklebeetiketten war nicht möglich. Schließlich sind Kästen und Flaschen Eigentum der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB). Auch andere in der Genossenschaft organisierte Abfüller müssen die Flaschen und Kästen ohne großen Reinigungsaufwand wieder einsetzen können. Ferner wurde die Möglichkeit geprüft, die Etiketten mit der Palettenkordel, die zur Transportsicherheit am oberen Rand der Palette befestigt wird, an den Kasten zu binden. Auch dieser Weg führte nicht zum Erfolg, denn die CCG schreibt eine bestimmte Höhe für die Positionierung solcher Etiketten auf der Palette vor, die nicht eingehalten werden konnte.
Die Lösung des Etikettierproblems entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Gerolsteiner und Bluhm Systeme in Form des Kastenetikettierers KDS 96. Dieses Sys-tem druckt keine selbstklebenden Etiketten, sondern Karton-Einleger, die es gleichzeitig von oben in den Kästen positioniert.
Herzstück des Etikettierers ist der Etikettendrucker Legitronic 96. Er hat eine Druckbreite von 216 mm und arbeitet nach dem Thermo-Transfer-Druckverfahren. Dieses Druckverfahren gewährleistet eine gleichbleibende und vor allem hohe Druckqualität, die eine Voraussetzung für störungsfreies Arbeiten mit Barcodes ist.
Das System ist in den Palettierer integriert. Es erhält alle relevanten Daten von der SPS der Palettieranlage, die wiederum mit der Abfüllanlage in Verbindung steht. In der Palettieranlage warten die ankommenden Kästen kurz, bis der Palettierarm die letzte Lage der Palette komplettiert hat. Dieser kurze Stillstand wird ausgenutzt: Ein ers-ter Einleger wird gedruckt und in die schmale Frontseite des Kastens eingeworfen, ein weiterer bedruckter Einleger gelangt in eine Schleuse, die sich um 90° dreht. Anschließend wird er aus der Schleuse in die breite Seite des selben Kas-tens geworfen. Auf diese Weise lässt sich eine vollständige Kennzeichnung des Kas-tens realisieren. Ein in dieser Art gekennzeichneter Kasten ist ausreichend zur Identifikation der gesamten Palette. Es ist sichergestellt, dass dieser Kas-ten auf der Palette so positioniert ist, dass die Vorschriften der CCG erfüllt sind und ein automatisches Scannen der Barcodes problemlos möglich ist.




