Als 1989 die Wende ins Haus stand, brachte sie auch für das thüringische Meiningen drastische Änderungen. Einer der wichtigen Arbeitgeber am Ort, das in der Innenstadt gelegene Meininger Fleischkombinat, ging in der Treuhand auf. Der damalige Leiter von Produktion und Technik im Meininger Kombinat, Baldur Unterstab, erwarb mit weiteren Gesellschaftern zusammen den Betrieb. Zur Rettung und Sanierung des Unternehmens entwickelte der geschäftsführende Hauptgesellschafter ein radikales Konzept. Für das Grundstück in der Innenstadt entwarf er einen Nutzungsplan ohne Industrie und verkaufte das alte Gelände. Mit dem Erlös errichtete er im neu gegründeten Industriegebiet einen modernen Verarbeitungsbetrieb, der allen EU-Normen entspricht. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Wurst und Schinken spezialisiert. Alle Verarbeitungsbereiche sind nach dem neuesten Stand der Technik eingerichtet.
Unter der Leitung von Baldur Unterstab hat sich die Meininger Wurstspezialitäten aus Thüringen GmbH zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Seit 1994 besitzt der Betrieb die EG-Zulassung, auch für die Zubereitung. Seit 1996 wird er zudem jährlich ISO-zertifiziert. Sechsmal hat das Unternehmen in den letzten zehn Jahren die Produktionsflächen erweitert auf heute rund 5000 m². Die Mitarbeiterzahl stieg von 71 (1991) auf inzwischen knapp 160. Der Umsatz stieg von 14 Mio. DM (1991) auf 53 Mio. DM (2001). Und die Produkte von Meininger, Mitglied im QS-System, erzielen regelmäßig bei bundesweiten Qualitätsprüfungen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.
Meininger achtet vor allem auf zwei Dinge: eine hochmoderne Produktion und eine ausgezeichnete Qualität. Bei dem insgesamt hohen Qualitätsanspruch hat die Fleischbranche jedoch bis heute einen sehr geringen Automatisierungsgrad. Das gilt auch für die Sortierung und Verpackung von Würsten. Denn das automatische Sortieren und Verpacken ist ein hochkomplexer Prozess. Um diesen bedarfsgerecht umzusetzen, hat Meininger auf die Erfahrungen von imt robot zurückgegriffen.
Toleranzen von bis zu 30%, mal mehr, mal weniger gebogen, mal länger, mal kürzer, mal dicker, mal dünner – in der Lebensmittelbranche unterliegen die Produkte einer natürlichen Schwankungsbreite weit jenseits klassischer Industrienormen. Das gilt ganz besonders für die langen Thüringer Rostbratwürste. Die biegeschlaffen Produkte mit hohen Toleranzen maschinell zu sortieren und in Verpackungen einzulegen ist eine große Herausforderung. Die standardisierte Technologie von imt robot auf Basis von modular zusammengestellten Industrierobotern ermöglicht, auf unterschiedlichste Anforderungen einzugehen und die Anlagen an den aktuellen Bedarf je nach Saison und Auftragslage in kürzester Zeit anzupassen (Abb. 1). Thüringer, Wiener und Mett-Enden werden bei Meininger im Wechsel nach der Produktion sortiert und in eine Tiefzieh-Vakuum-Verpackungs-anlage eingelegt. Im Sommer wird die Anlage vorwiegend für Thüringer Bratwürstchen und im Winter für Wiener Würstchen und Mett-Enden eingesetzt.




