Consuelo Gallardo und Dr. Roland Wacker
Neben dem Geschmack werden die Haltbarkeit, das Aussehen und vor allem die gesundheitlichen Zusatzeffekte von Functional-Food-Produkten immer wichtiger. Seit 1993 die ersten funktionalisierten Lebensmittel in Form von ACE-Säften auf den Markt kamen, hat sich die Bandbreite der angebotenen Produkte stetig erweitert. Als neues Produktkonzept ist die Anreicherung von Säften mit Coenzym Q10 zu erkennen. Eine erfolgreiche Applikation besteht beispielsweise in dem Zusatz von Coenzym Q10 in Form von wasserlöslichen Formulierungen. Für die Analytik stellt die Quantifizierung des von Natur aus lipidlöslichen Coenzyms Q10, dem sogenannten Ubichinon, eine Herausforderung dar.
Ubichinon bekam seinen Namen, weil es ein ubiquitär (lat. überall vorkommend) in Membranen vorkommendes, hydrophobes Coenzym ist, das aus einem Chinon-Ring und einer Seitenkette aus zehn Isopreneinheiten besteht. Im Organismus übt Ubichinon im Wesentlichen zwei wichtige Funktionen aus: Das Redoxsystem Ubichinon–Ubichinol dient im mitochondrialen Energiestoffwechsel als Elektronentransporter. Außerdem ist Ubichinon, bedingt durch die hohe Anzahl von Doppelbindungen in der Seitenkette, ein starkes Antioxidans, das als Radikalfänger die Membran vor Lipidperoxidation bei radikalischer Einwirkung schützt.
Der menschliche Organismus kann Ubichinon selbst synthetisieren. Zusätzlich wird Coenzym Q10 über die Nahrung dem Körper zugeführt. Eine nicht optimale Versorgung wird daher bei Störung der körpereigenen Synthese bzw. bei Malabsorption durch gestörte Fettresorption oder einseitige Diäten beobachtet. Weiterhin ist mit voranschreitendem Alter generell ein Absinken des Ubichinon-Gehaltes im Körper zu beobachten.
Als Analytikdienstleister im Bereich biologisch aktiver Substanzen wie Vitamine und Antioxidanzien bietet BioTeSys auch die Bestimmung von Coenzym Q10 aus physiologischen Proben wie Blutplasma, Serum und Zellen, meist für Hersteller von pharmazeutischen und kosmetischen Produkten sowie für Nahrungsergänzungsmittel, an. Dabei werden die Proben im Rahmen von klinischen oder in vitro-Studien gewonnen und z.B. die Bioverfügbarkeit der Substanzen, ernährungsphysiologische Effekte, Aufnahmekinetiken etc. mit Hilfe modernster Analyseverfahren bestimmt.
Mit der steigenden Verbreitung funktionalisierter Lebensmittel steigt auch die Nachfrage an exakten quantitativen Analysen von Coenzym-Q10-haltigen Produkten, insbesondere in Fruchtsäften, an. Diese Marktanforderungen aufgreifend, hat BioTeSys ein Analysenverfahren zur Bestimmung von Ubichinon in Fruchtsäften entwickelt, das speziell auf die damit verbundenen Anforderungen an die Probenvorbereitung und Analyse zugeschnitten ist. Um Ubichinon aus der komplexen Multikomponentenmischung, die ein natürlicher Saft darstellt, zu identifizieren und quantifizieren, wird der Saft zunächst durch eine Flüssig-Flüssig-Extraktion unter Zuhilfenahme eines mit wässrigen Lösungen nicht mischbaren Lösemittelgemisches extrahiert. Der dadurch gewonnene Überstand wird anschließend unter Stickstoffstrom bei Raumtemperatur eingetrocknet und in einem definierten Volumen HPLC-Eluent aufgenommen. Die so gewonnenen Proben können dann in eine HPLC-Anlage injiziert werden, die Trennung mittels HPLC erfolgt in einem isokratischen Verfahren auf einer Umkehrphasensäule. Detektiert wird Ubichinon durch einen UV-Detektor bei einer Wellenlänge von 275 nm.




