Kaj Sellschopp
Bei der Anschaffung von Antriebssystemen spielen neben Preis, Inbetriebnahme- und Wartungsaufwand, Energieverbrauch oder Baugröße auch die Lebenszykluskosten eine wichtige Rolle. Im Hinblick auf diese schneiden energieeffiziente und wartungsarme Antriebe sehr gut ab. Zu diesen gehören auch die von Baumüller und ZAE-Antriebssysteme entwickelten Getriebemotoren (Bild 1). Sie bestehen aus einem Frequenzumrichter, einem geberlos betriebenen Permanentmagnetsynchronmotor (PM-Synchronmotor) und einem wirkungsgradoptimierten Getriebe.
In der Industrie sind unterschiedlichste Typen von Elektromotoren im Einsatz. Am weitesten verbreitet sind die Drehstrom-asynchronmaschinen und die Permanentmagnetsynchronmaschinen. Diese Maschinen unterscheiden sich in der Leistungsdichte aber insbesondere auch in dem erreichbaren Wirkungsgrad. Durch die geringen Verluste im Läufer sind die Permanentmagnetsynchronmaschinen selbst gegenüber IE2-Asynchronmaschinen deutlich im Vorteil. Mit der Möglichkeit Permanentmagnetsynchronmaschinen geberlos am Frequenzumrichter zu betreiben, ist diese Maschinenbauform für eine Vielzahl von Anwendungen interessant – nicht nur in Servoanwendungen, sondern auch bereits in untergeordneten Anwendungen, wie Transport- und Zuführsysteme.
Auf Basis einer Standardservomaschine aus dem Programm DSC045 bis DSC100 von Baumüller, wurde eine Permanentmagnetsynchronmaschine abgeleitet. Die Motoren sind elektrisch und mechanisch optimiert. Besonders hervorzuheben sind die vergossenen Statorwicklungen, die die Maschine weitgehend unempfindlich gegen eindringende Flüssigkeiten machen und außerdem eine höhere Leistungsdichte erlauben. Die Motoren lassen sich mit entsprechender Umrichtertechnik geberlos betreiben. Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit des Gerätes, Phasenspannungen und -ströme auszuwerten und auf Basis eines hinterlegten Motormodells eine exakte Vektorregelung aufzubauen. Frequenzumrichter, die für diese geberlosen Regelungsverfahren geeignet sind, werden zum Beispiel von Baumüller angeboten.
Soll der Gesamtantrieb, bestehend aus Umrichter, Motor und Getriebe, einen sehr guten Wirkungsgrad erreichen, muss auch das Getriebe optimiert sein. Das bedeutet: Im System sind Überdimensionierungen zu vermeiden und die Anzahl der Getriebestufen ist auf ein Minimum zu reduzieren. Bevorzugt sollten Kegel- und Stirnradstufen zum Einsatz kommen. Auch Schneckenstufen können genutzt werden, allerdings nur mit kleinen Übersetzungen. Des Weiteren gilt:
- Kugellager sind Rollenlagern vorzuziehen
- Dichtringe nur in reibungsoptimierter Ausführung
- möglichst niedriger Ölstand und geringe Ölviskositäten




