Dipl.-Ing. Hans Groenewold, Mag. Wolfgang Wengler, Dr. Michael Hutzinger
Der österreichische Anlagenbauer Ammag ist auf den sich ergänzenden Geschäftsfeldern Schüttgut- und Sprühgranulationstechnik tätig. Das Unternehmen liefert schlüsselfertige, auf die individuellen Anforderungen des Anwenders abgestimmte Silo-, Förder-, Dosier-, Wäge- und Mischanlagen sowie Sprühgranulations- und Coatinganlagen. Bei der Optimierung der Anlagenparameter nutzt Ammag die firmeneigene Labor- und Technikumsanlage. Hier können auf leistungsfähigen Maschinen vielfältigste Versuche durchgeführt werden; das Spektrum reicht von Untersuchungen zum Förderverhalten von Schüttgütern über Misch- und Dosierversuche bis hin zu Coating- und Sprühgranulationsprozessen im Technikummaßstab.
Der mittelständische Anlagenbauer hat sein Produktspektrum nun um das Granufour-Dienstleistungspaket ergänzt. Es unterstützt Unternehmen bei der Realisierung von neuen Produkten auf Trockenstoffbasis. Das Dienst-leistungspaket besteht aus den vier Modulen Trockenstoff-Design, Test des Produktes, Bau der Produktionsanlage und Trockenstoffhandling. Granufour beginnt mit der Überprüfung der prinzipiellen Machbarkeit und Umsetzbarkeit einer Produktidee im Labor- und Technikummaßstab und endet mit der Übergabe der schlüsselfertigen Anlage zur Herstellung des neuen Produkts, einschließlich der notwendigen Schüttguthandlinganlagen.
Lebensmittel und Zutaten mit ernährungsphysiologischen Zusatznutzen sind nicht nur bei den gesundheitsbewussten Verbrauchern sehr beliebt. Vor diesem Hintergrund plante ein Lebensmittelproduzent die Entwicklung eines neuen beschichteten Ballaststoffs, dem ein präbiotisches Konzept zugrunde liegt. Eine wesentliche Forderung war, dass die pulverförmige Zutat das Aussehen und die sensorischen Eigenschaften des Fertigproduktes nicht verändert. Bei der Realisierung dieser Produktidee nutzte man das Granufour-Dienstleistungspaket von Ammag, weil es die systematische Bearbeitung solcher Aufgabenstellungen und ein strukturiertes Vorgehen im Rahmen von gemeinsam definierten Zeiträumen (Meilensteinen) erlaubt. Auf diese Weise ist eine überschaubare Kostenstruktur für das gesamte Entwicklungsprojekt sichergestellt.
Nach der Formulierung der Produktidee wird im ersten Schritt ihre Umsetzbarkeit geklärt. Im Fall der beschichteten Ballaststoffe ging es dabei um folgende Fragestellungen: Kann durch eine wasserundurchlässige Beschichtung der einzelnen Partikel der stark quellenden Substanzen der sonst auftretende Verdickungseffekt während der Lagerung oder der Zubereitung des Lebensmittels verhindert werden? Lässt sich die Beschichtung so gestalten, dass sich der präbiotisch wirksame Verdickungseffekt erst nach dem Verzehr des Lebensmittels entfaltet?




