Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Branchen zu revolutionieren. Die Foodindustrie bildet da keine Ausnahme. 2024 wird KI zu einem dominierenden Treiber, der den Fortschritt in nahezu allen Bereichen beschleunigt. Und das stärker als gedacht. Welchen Einfluss die Algorithmen schon heute auf zentrale Trends in der Lebensmittelproduktion haben, lesen Sie hier.
Der langjährige Megatrend der Digitalisierung erfährt durch KI grundlegende Veränderungen. Stand bisher die Automatisierung durch Maschine-zu-Maschine-Kommunikation im Vordergrund, so verlagert sich der Fokus nun auf das Zusammenspiel von Mensch und KI. In der Folge wenden sich immer mehr Unternehmen dem „blinden Fleck der Industrie 4.0“ zu: der Vernetzung von Fachkräften und ungelernten Arbeitern in den Fabrikhallen.
Dies bestätigt das Analysten- und Beratungsunternehmen LNS Research in einem kürzlich veröffentlichten Guidebook: „Unsere Untersuchung zeigt, dass über die Hälfte der Industrieunternehmen weltweit Initiativen für Connected Frontline Workforce (CFW) durchgeführt haben. CFW ist zu einem strategischen Bestandteil von Transformationsinitiativen der Industrie geworden, da die Hersteller versuchen, den kritischen Arbeitskräftemangel, Qualifikationsdefizite und Probleme im täglichen Betrieb zu lösen.“
Lebenslanges Lernen und kurzfristige Flexibilität
Damit ist eines der wichtigsten Themen angesprochen, das die Lebensmittelbranche 2024 prägen wird: die angespannte Lage auf dem Personalmarkt. Laut einer aktuellen Studie der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) sagen 87 % der Befragten, der Fachkräftemangel sei deutlich spürbar. Zudem steigt in Deutschland, so ein Bericht der Stiftung Wissenschaft und Politik aus dem Jahr 2023, der Bedarf an Geringqualifizierten weiter.
Die Hersteller müssen deshalb innovative Maßnahmen für die Aus- und Weiterbildung finden. Einer aktuellen Deloitte-Umfrage zufolge glauben über 90 % der Unternehmen, dass KI-gestütztes Lernen in den nächsten drei Jahren für ihren Erfolg wichtig wird. Gleichzeitig ist in der Ernährungsindustrie der Anteil der Geringqualifizierten mit über 30 % überdurchschnittlich hoch. Sie brauchen eine auf sie zugeschnittene Förderung.
Die Werkzeuge dafür stehen bereit: Connected-Worker-Software liefert präzise, den Standard Operating Procedures (SOPs) entsprechende, Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Gestützt werden diese durch Grafiken, Videos oder Fotos, ausgespielt auf jedem beliebigen mobilen Device – vom Smartphone bis zur AR-Brille. In Apps der neuesten Generation stimmt eine KI die Anweisungen auf Ausbildung, Erfahrungsschatz sowie die jüngste Praxis der User ab. Weiterer Vorteil der personalisierten Anleitungen: Sie ermöglichen einen flexibleren Einsatz der Arbeitskräfte, natürlich stets unter Berücksichtigung der nötigen Zertifizierungen und Arbeitsbewilligungen.




