Die Plantextrakt GmbH & Co. KG ist eine Business Unit der Martin Bauer Group und weltweit führend bei der Herstellung von Tee-, Früchte- und Kräuterextrakten sowie entkoffeinierten Schwarz- und Grüntees. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Herstellung von Tee-Aromen. Insgesamt vertreibt das Unternehmen mehr als 2000 unterschiedliche Rezepturen auf Basis von über 120 verschiedenen Pflanzen. Für die Erschließung neuer Märkte mit den vorhandenen Produkten wollte Plant-extrakt den Produktionsbereich um Anlagen zur Pasteurisation und anschließenden aseptischen Abfüllung erweitern.
Als Partner entschied man sich für Ruland Engineering & Consulting. Im Rahmen eines Consultingprojekts wurde zuerst ein Konzept zur Erweiterung des Produktionsstandorts in drei Stufen erarbeitet. Mit allen Fachabteilungen wurden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Lösungsansätze abgewogen. Folgende Hauptanforderungen wurden definiert:
- Qualitätssteigerung durch aseptische Gebinde
- häufige Produktwechsel bei minimalen Produktverlusten
- Produkte mit hoher Viskosität und kleine Chargen müssen problemlos verarbeitbar sein
Zu Beginn der Realisierungsphase wurde eine neue Werkhalle neben dem bereits bestehenden Ausmischbereich errichtet. Um ein einheitliches Versorgungsmanagement zu ermöglichen, plante man die Energieleitungen und dazugehörigen Trassen mithilfe von 3-D-Modellen und passte sie so optimal in das neue Gebäude ein. Die Möglichkeit einer späteren Anlagenerweiterung floss ebenfalls in die Planungen mit ein.
Im Zentrum der Anlage steht ein Erhitzermodul, das an den bestehenden Ausmischbereich angebunden ist. Des Weiteren gehören zur Prozessanlage: ein Steriltank (6000 l), zwei mobile Behälter, eine CIP-Anlage, eine kombinierte Doppelstation zur Reinigung und Sterilisation der mobilen Behälter sowie eine Doppelreinigungsstation für Kunststoffcontainer mit einem Fassungsvermögen von 1000 l.
Die pasteurisierten Kräuter- oder Teeextrakte werden im Steriltank oder in den beiden mobilen Behältern (auch als Steriltanks nutzbar) gelagert und von dort aus über einen Bag-in-Box-Füller aseptisch abgefüllt.
Gemäß den in der Consultingphase definierten Anforderungen, wurde die Erhitzerlinie der ersten Ausbaustufe als molchfähige Anlage mit einer Leistung von 500 l/h realisiert. Die vergleichsweise geringe Leistung ermöglicht Produktleitungen mit einer kleinen Nennweite von DN 20. Letztere stellt im Hinblick auf Strömungsverhältnisse, Wärmeübergang und mögliche Druckverluste das Optimum dar.
Viele Produkte von Plantextrakt haben einen Trockensubstanzanteil von 50 bis 65 %. Bei ihrer Passage durch die Prozessanlage müssen sie vor einem nachträglichen Feuchtigkeitseintrag durch Frischwasser oder Kondensat geschützt werden. Aus diesem Grund wird das Produkt bei Produktionsbeginn und -ende mit einem Molch, der sich in der Erhitzerröhre befindet, ein- bzw. ausgefahren.




