Das Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt Lösungen für die Lebensmittel- und Getränkeherstellung. Mit dem Umzug des Food Campus in ein neues Gebäude im Sommer 2023 wurde mithilfe eines fotorealistischen digitalen Zwillings ein realitätsgetreues Abbild des gesamten Campus erstellt, um die technischen Dokumentationen zu den Laboranlagen bereitstellen zu können.
Mit dem Food Campus hat das Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein Forschungs- und Ausbildungszentrum geschaffen, in dem die Menschen mit ihrer Bildungs- und Forschungsarbeit den Herausforderungen des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und einer wachsenden Weltbevölkerung begegnen. Der Food Campus umfasst modernste Labore und Technika mit technischen Anlagen, die präzise bedient werden müssen. Um dies sicherzustellen, benötigen Studierende und Mitarbeitende eine einfache und intuitive Möglichkeit, auf Nutzungshandbücher zuzugreifen. Statt auf eine herkömmliche Datenbank zu setzen, entschied sich das ILGI für eine visuelle Lösung: einen fotorealistischen digitalen Zwilling.
Die digitale Zwillingsplattform
Die Wahl fiel auf die digitale Zwillingsplattform Framence, die es ermöglicht, ein realitätsgetreues Abbild des Campus zu erstellen und mit relevanten Informationen zu verknüpfen. „Diese Lösung erlaubt eine intuitive Navigation und eine schnelle Informationsbeschaffung direkt an der entsprechenden Anlage“, erklärt Dr. Christoph Lustenberger, Dozent für Factory Management und Automation an der ZHAW. Klassische BIM-Modelle wurden aufgrund ihrer hohen Abstraktheit und Kosten verworfen. Eine fotorealistische Darstellung entsprach besser den Bedürfnissen der Hochschule.
Insbesondere im neuen Laborgebäude, wo mit hohen Temperaturen, Dampf, potenziell gefährlichen Organismen und Hochspannung gearbeitet wird, erfordert die sachgemäße Bedienung der Maschinen und Anlagen eine präzise und benutzerfreundliche Anleitung. „Hierfür eignet sich der fotorealistische digitale Zwilling der Framence hervorragend aufgrund seiner Visualisierungsmöglichkeiten sowie der Anreicherung von Informationen hinsichtlich der Anlagenbedienung,“ erläutert Lustenberger.
Die Erstellung des digitalen Zwillings erfolgte durch einfache Kameraaufnahmen, die von der KI-gestützten Framence-Software zu einem präzisen, maßstabsgetreuen Modell verarbeitet wurden. Die Implementierung wurde schrittweise durchgeführt: Zunächst erfolgte die Erstellung des digitalen Abbilds vom ca. 7400 m2 großen Gebäude, anschließend die Verknüpfung mit den entsprechenden Handbüchern und schließlich ein strukturierter Rollout samt Schulungsprogramm.




