Susanna Stock
Mit ca. 650 Beschäftigten werden in Leppersdorf mehr als 35000t Milch- und Molkepulver pro Jahr hergestellt, ca.18000t Butter produziert, 30000t Schnittkäse (Gouda/Edamer), 10000t Mozzarella und 10000t Sauermilchkäse gefertigt, 140Mio. Einheiten H-Milch sowie 5Mio. Einheiten Frischmilch pro Jahr abgefüllt. Sauermilch- und Joghurt-Erzeugnisse (750Mio. Einheiten/Jahr) runden das Produktionsprogramm ab. Die logistischen, produktionsbezogenen und steuerungstechnischen Anforderungen an solche Verarbeitungsdimensionen können nur mit leistungsfähigen Systemen gelöst werden. Das Werk in Leppersdorf (mit 59000m2 bebauter Fläche) wird beispielsweise vom Prozeßleitsystem OS-NT über insgesamt drei Leitwarten kontrolliert. Das PC-basierte System arbeitet unter Windows NT mit einer Datenbank sowie einem Visualisierungstool. Die Steuerung der fast unzählbaren Meß-, Kontroll- oder Bewegungsvorgänge erfolgt über digitale beziehungsweise analoge Ein- und Ausgangsmodule der Interbus-ST-Familie.
Der hohe Automatisierungsgrad des Betriebes ist der Tribut an die wichtigste Zielsetzung der Molkerei, die dieses hochmoderne Werk in erster Linie auf hohen Ausstoß ausgelegt hat. Dieser ist eben auch ein Garant für die sächsische Milchwirtschaft, daß die produzierte Milch schnellstmöglich und vor Ort zu wertvollen Produkten veredelt werden kann.
Der Umfang an Automatisierungsaufgaben umfaßte 3800 Ventile, 430 motorische Antriebe, 176 Frequenzumrichter, 815 analoge Meßwerte (Temperatur, Druck, Füllstand, Leitwert), 270 Regelkreise und 105 induktive Durchflußmesser. Diese und weitere Signale galt es zu verarbeiten und damit Steuerungs- und Regelungsaufgaben zu lösen. Insgesamt wurden inzwischen ca. 4550 Magnetventile (3/2 Wege-Magnetventile), 1550 digitale Eingangssignale, 655 digitale Ausgangssignale, 1080 analoge Eingangs- und 134 analoge Ausgangssignale (Stand: Juni 1997) im Werk eingesetzt. Hinzu kommen 150 Busklemmen, 95 Digitaleingangsmodule mit 16 digitalen Eingangssignalen, 26 Digitaleingangsmodule mit 32 digitalen Eingangssignalen, 28 Digitalausgangsmodule mit 16 digitalen Ausgangssignalen und 22 Digitalausgangsmodule mit 32 digitalen Ausgangssignalen und schließlich 294 Analogeingangsmodule sowie 47 Analogausgangsmodule.
Als Hardware sind 25 speicherprogrammierbare Steuerungen im Einsatz. Die Kommunikation der Steuerungen untereinander sowie mit den übergeordneten 20 Prozeßleitstationen erfolgt über ein redundant aufgebautes Netzwerk (Lichtwellenleiter und Industrial Twisted Pair) mit einem Protokoll. Das Systemspektrum eines namhaften Herstellers löst vom Aktor-Sensor-Interface (zur Steuerung der Frequenzumrichter und zur Kopplung von Vor-Ort-Bedienfeldern) über Industrial Ethernet bis zum ATM-Backbone die entsprechenden Aufgabenstellungen. Die Verbindung zur Peripherie ist mit dem Interbus-S realisiert.




