Martin Miller
Die Staatl. Mineralbrunnen AG setzte bei der Auswahl des ERP-Systems voraus, dass neben den innerbetrieblichen Informations- und Kommunikationsprozessen die Informationsintegration über die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet wird. Der Aufbau von partnerschaftlichen Logistik-netzwerken sowohl zwischen den eigenen Unternehmen als auch unternehmensübergreifend (Kunden und Lieferanten) erweitert dabei wesentlich das Rationalisierungspotenzial der ERP-Software. Darüber hinaus ist die Sicherung der Informationstransparenz über alle logistischen Prozesse ein wirksames Instrument zur Orientierung des Service- und Qualitätsmanagements bei gleichzeitiger Reduktion der Kapitalbindungskosten. Gleichzeitig verfügt das Controlling über eine detaillierte Informationsbasis – und zwar über die gesamte Lieferkette hinweg.
Die Implementierung erfolgt bei der Staatl. Mineralbrunnen AG in fünf Phasen:
- Warenwirtschaft und Rechnungswesen
- Materialwirtschaft
- technische Produktionsanbindung und elektronischer Datenaustausch (EDI)
- Staplerleitsystem
- elektronische Einbindung des Vertriebs-außendienstes
Seit dem 1. Januar 2005 konnten nun die beiden ersten Phasen gemäß Projektplan in den Echtbetrieb genommen werden. Dabei wurde in der ersten Phase der komplette Absatzbereich von der Auftragsannahme bis zur Fakturierung und das Rechnungswesen umgesetzt. Der Auftragseingang wird derzeit auf EDI umgestellt und mit dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) konkret forciert. Zentrale Abwicklung und direkter Datenaustausch mit den Handelspartnern und Logistikern ohne Zeitverzögerung sind somit möglich. Die Staatl. Mineralbrunnen AG erfüllt damit vollständig die Anforderungen des LEH.
Informationstechnologisch und logistisch sind die Anforderungen an die Chargenrückverfolgung aufwandsneutral in die Materialwirtschaft durch CSB-System integriert worden. Basis hierfür bildet die durchgängige Verwendung der NVE-Etiketten. Am jeweiligen Linienende werden alle Fertigprodukte vollautomatisch gelabelt. Das Linienende (Palettierung) bildet somit auch den Zugang ins Blocklager. Der Warenausgang erfolgt zweistufig. Die Aufträge werden vor der Übermittlung an das mobile Scannerkommissionersystem in Vollpaletten und Kommissionierpaletten getrennt. Die Vollpaletten werden von den Staplerfahrern direkt zum jeweiligen LKW transportiert. Kommissionierpaletten werden in einer gesonderten Zone konfektioniert. Dabei entsteht eine Palette mit einer neuen NVE und einem Mischpaletten-Etikett. Das System kennt durch die Scannung der Ursprungs-NVE der Entnahmepalette den Aufbau der neuen kommissionierten Palette. Somit stehen systemtechnisch alle relevanten Rückverfolgungsdaten zur Verfügung. Nach der Palettenverladung auf dem LKW werden die aufgeladenen Vollgüter gescannt und dem jeweiligen Kundenauftrag zugeordnet.




