Helmut Mayer
Der Vorteil des auf dem Faradayschen Induktionsgesetz beruhenden MID-Prinzips ist der lineare Zusammenhang zwischen der Fließgeschwindigkeit des elektrisch leitenden Mediums und der abgegriffenen Spannung. Dadurch lassen sich weite Messbereiche problemlos erfassen und ohne aufwändige Korrekturen direkt auswerten. Weitere Vorteile bietet dieses Messprinzip wegen des im praktischen Einsatz vernachlässigbaren Einflusses von Viskosität, Dichte, Druck und Temperatur des Mediums und durch den vollständigen Verzicht auf Einbauten im durchströmten Querschnitt.
Entscheidend für die hinreichende Reproduzierbarkeit des elektrischen Signals eines magnetisch-induktiven Durchflussmessers ist neben den Eigenschaften der elektrischen und mechanischen Komponenten die Formstabilität der rohrförmigen Messzelle unter Temperatur- und Druckbelastung. Sie beeinflusst den Abstand der Elektroden und damit die Präzision der Messung wesentlich. Die Auswahl der Werkstoffe für das Messrohr und die Elektroden sowie die geeignete Technik zur Verbindung der Elektroden mit dem Messrohr sind daher für die dauerhafte Zuverlässigkeit der MID von zentraler Bedeutung. Die Kernfähigkeiten der für Präzisions-MID geeigneten Werkstoffe lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• nicht magnetisierbar
• Formänderung 0,1% bei maximaler Belastung durch Temperatur und Druck
• Leckrate für He 10-7 mbarl/s bei Druckbelastung mit 60 bar auf der Innenseite der Messzelle
• dampfsterilisierbar
• korrosionsbeständig in Säuren und Laugen
• für Anwendungen in der Lebensmittel-industrie zugelassen
Nach dem heutigen Stand der Kenntnis bieten keramische Werkstoffe das weitreichendste Potenzial zur Erfüllung dieses komplexen Profils, wobei speziell die Forderung nach besonderen chemischen und elektrischen Eigenschaften das einsetzbare Werkstoffspektrum auf Oxidkeramik auf der Basis von Aluminiumoxid und Zirkonoxid begrenzt. Das Ziel, die MID für die zu messenden elektrisch leitenden Medien möglichst universell einsetzbar zu machen, erfordert die Verwendung von Edelmetallen als Werkstoffe für die Elektroden. Nach den Ergebnissen verschiedener Vorstudien wird bevorzugt Platin eingesetzt, da dieses Metall in einem breiten Spektrum von Chemikalien beständig ist und sich wegen seiner thermischen und mechanischen Eigenschaften für die Herstellung hochvakuumdichter Verbindungen mit Oxidkeramik eignet.




