dei: Warum hat Busak+Shamban die Wirkung von lebensmittelgerechten Schmierstoffen auf Dichtungswerkstoffe untersucht?
Dr. Ledig: Hinsichtlich Hygiene und Produktsicherheit haben Lebensmittelhersteller eine Reihe spezieller Auflagen zu erfüllen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit verdienen in diesem Zusammenhang auch Schmierstoffe und Dichtungsmaterialien, weil diese Komponenten auf breiter Ebene reibungslose Produktionsprozesse gewährleisten und gleichzeitig – beispielsweise durch mögliche Kontaminationen – Einfluss auf die Produktqualität haben.
dei: Ist das die erste Studie dieser Art, die Busak+Shamban durchführte?
Dr. Ledig: Nein. Als Hersteller von Produkten für industrielle Dichtungs- und Führungssysteme haben wir besonders im Bereich der Lebensmittelindustrie verschiedene, breit angelegte Studien realisiert. So haben wir beispielsweise den Einfluss einer Vielzahl von CIP-Medien auf elastomere Dichtungswerkstoffe untersucht. Eine andere Studie hat die Wirkung von fetthaltigen Lebensmitteln auf elastomere Dichtungsmaterialien analysiert. Diese Untersuchungen ergaben zum Teil überraschende Resultate. So zeigte sich zum Beispiel, dass speziell formulierte EPDM-Werkstoffe entgegen der weit verbreiteten Meinung sehr wohl für die Verarbeitung von flüssigen, fetthaltigen Milchprodukten geeignet sind.
dei: Aus den Ergebnissen ergeben sich also neue Gesichtspunkte bei der Werkstoffauswahl?
Dr. Ledig: Ganz genau. Bleiben wir bei den gerade erwähnten EPDM-Werkstoffen. Hier haben sich die Ergebnisse aus verschiedenen Studien sogar ergänzt. Denn eine weitere von uns durchgeführte Studie konnte belegen, dass genau diese Werkstoffformulierungen eine exzellente Beständigkeit gegenüber allen handelsüblichen CIP-Medien und bei SIP-Prozessen zeigen – eine der wichtigsten Anforderungen an Dichtungswerkstoffe in der Lebensmittelindustrie. Auch in unserer aktuellen Studie, die die Schmierfettverträglichkeit verschiedener FDA-Dichtungswerkstoffe zum Gegenstand hat, haben wir zunächst die relevanten Eigenschaften definiert. Hier ist vor allem die Volumenquellung zu nennen. Sie sollte nicht größer als 10 % sein, damit keine Extrusion in der Anwendung auftritt.
dei: Gibt es verbindliche Standards bzw. Katergorien für Schmierstoffe, die in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden?




