Rolf Welsch
Die genaue Dosierung von Schüttgütern war Gegenstand zahlreichen Untersuchungen. Diese haben gezeigt, daß schwerfließende Schüttgüter im Dosiergerät selbst aktiviert werden müssen, um einen kontinuierlichen Massefluß und damit eine exakte Dosierung zu gewährleisten. Bisher setzte man hierzu vorallem Rührwerke ein.
Diese aktivieren nicht über den gesamten Materialraum gleichmäßig. Es treten Totzonen auf, in deren Folge Ablagerungen, Kompaktierungen oder Brücken entstehen. Soll das Schüttgut mit Hilfe eines Rührwerkes optimal aktiviert werden, ist ein möglichst enger Spalt zwischen den Flügeln und der Behälterwand Voraussetzung. Kommt das zu dosierende Material in diesen Spalt besteht allerdings die Gefahr, daß es komprimiert und zerstört wird. Zudem kann es zu Schäden am Rührwerk oder an den Schnecken kommen.
Beim Einsatz von Rührwerksflügeln wird das Produkt nach dem Fördern über der Schneckeneinzugszone wieder durch die Pflugscharen nach oben bewegt. Auch diese Bewegung zerstört das Material. Des weiteren kann sich das zu dosierende Produkt bei schnellen Rührwerksbewegungen mit Luft anreichern. Es wird fluidisiert und ändert die Schüttdichte über der Schneckeneinzugszone und damit die Durchsatzleistungen des Dosierers.
Rührwerke erzeugen außerdem Reibungswärme, die zum Schmelzen der zu dosierenden Produkte führen kann. Beispielsweise beginnen einige Additive schon bei Temperaturen um 30°C zu schmelzen und anschließend zu verkleben.
Weiterhin ergibt sich aus dem Medienkontakt des Rührwerks eine besondere Verschmutzungsgefahr. Zur Reinigung müssen deshalb die Rührwerke in der Regel ausbaubar sein, was aus Gründen der Arbeitssicherheit mit größerem Aufwand verbunden ist.
Bei den FlexWall-Dosiergeräten erfolgt die Schüttgutaktivierung in einem flexiblen Polyurethantrog. Im Gegensatz zu den halbrunden Trogformen bei Rührwerken, fördern die schrägen Wände des Polyurethantrogs die natürlichen Fließeigenschaften des Schüttgutes. Bei eingeschränkter Fließfähigkeit unterstützen seitlich angeordnete Massagepaddel den natürlichen Materialfluß im FlexWall-Dosierer. Auf diese Weise sichert er einen sicheren Materialfluß nach dem First-In-First-Out-Prinzip (Abb. 1). Durch die Förderschnecke im unteren Teil des konisch geformten Trogs ist zudem eine bessere Restentleerung möglich. Dagegen bieten halbrunde Tröge wie sie bei der Schüttgutaktivierung mit Rührwerken zum Einsatz kommen dem Produkt immer die Möglichkeit, sich im unteren Bereich abzulagern. Ursache für diese Ablagerungen sind Spalten zwischen den Rührwerksarmen und dem Trog.




