Leerdammer Original war die erste Hart- und Schnittkäsemarke in der Käsetheke und behauptet in Deutschland seit rund 25 Jahren eine Spitzenposition in diesem Segment. Leerdammer ist ein Schnittkäse vom Typ Maasdammer. Typisches Markenzeichen sind die markanten kirschgroßen Löcher. Mittlerweile werden mehrere leckere Varianten aus der Produktfamilie angeboten. Die Marke Leerdammer wurde im Jahr 1974 geboren, doch die Geschichte des beliebten Käses beginnt eigentlich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Im Jahr 1914 erwarb der niederländische Geschäftsmann Cees Boterkooper eine kleine Käserei in Schoonrewoerd, einem ländlichen Städtchen in der Nähe von Leerdam. Zu dieser Zeit führte der Händler Bastiaan Baars ein kleines Käsegeschäft in einer nahe gelegenen Ortschaft. Die Wege des Käseherstellers und des Geschäftsinhabers kreuzten sich 1970, als die beiden sich dazu entschlossen, einen neuen Käse zu entwickeln, der den milden Geschmack eines Goudas und die großen Löcher eines Emmentalers vereinen sollte. Dies war die Geburtsstunde des Leerdammers. Seit 2002 gehört das Unternehmen zur familiengeführten Gruppe Bel.
Bereits im Jahre 2004 gab Bel Leerdammer seinen Mitarbeitern den Auftrag, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man den Lochkäse Leerdammer vollautomatisch in Segmente mit fixem Gewicht schneiden kann. Nach ersten Kontakten zu Herstellern von Geräten zur Erkennung und Auswertung von Löchern innerhalb fester Körper, landete der verantwortliche Projektleiter bei Alpma, dem Spezialisten im Bereich Käseschneiden. Nach ersten Schneidversuchen wurde sehr schnell klar, wo die Herausforderungen wirklich liegen. „Es ist eine Sache, Löcher zu erkennen aber eine vollkommen andere, Käse zu schneiden“, so André Schoot-Uiterkamp Verpackungs- und Entwicklungsingenieur bei Bel Leerdammer. Schnell überzeugte sich das Projektteam des Käseherstellers von der technischen Kompetenz, Professionalität und Leistungsfähigkeit von Alpma und so wurde das Unternehmen als Lieferant für die erste vollautomatische Hochleistungs-Schneidelinie für Leerdammersegmente mit fixem Gewicht gewählt. Die Aufgabe bestand darin, die herkömmlichen, manuellen und halbautomatischen Teilmaschinen, die in punkto Leistung, Hygiene und Ergonomie den aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprachen, durch eine flexible Hochleistungslinie zu ersetzen. Oberstes Gebot war natürlich das Erreichen von Fixgewichts- und Ausbeutewerten, die in der Rentabilitätsrechnung von Leerdammer zu Grunde gelegt wurden. Des Weiteren wurde höchste Priorität auf die Sicherstellung der Produktqualität, die volle Automatisierung und die Erfüllung von höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards (HACCP, NEN) gelegt. Bereits vor Beginn der intensiven Projektdiskussionen wurde eine möglichst vergleichbare Anlage in der Schweiz unter die Lupe genommen. Schon hier wurde sichtbar, dass die Vorstellungen von hygienischer Bauweise seitens Leerdammer und Alpma sehr nahe zusammenliegen.
Von nun an sollte beim Schneiden und Verpacken kein einziges Stück Leerdammer mehr mit Händen in Berührung kommen. Vom Lager werden die Käselaibe über ein vorhandenes Logistiksystem auf ein Hygieneband übergeben. Auf diesem wird bereits die Höhe der Laibe gemessen. Danach geht es rund in der weiterentwickelten Segmentschneidemaschine SC 80. Vom Maschinenprinzip her nicht erforderlich, aber von Leerdammer für interne Statistikzwecke gewünscht, wird der ganze Laib zuerst gewogen. Anschließend wird der Laib zentriert und ein runder Mittenausstich von exakt 71,5 mm durchgeführt. Das Herzstück wird auf einem Band aus der Maschine transportiert und steht zur separaten Vermarktung zur Verfügung. Der Leerdammerring wird nun in zwei Hälften geteilt. Die beiden Halblaibe werden an zwei übereinanderliegende Schneidstationen übergeben. Ultraschallschneidtechnik findet bei diesem Konzept deswegen Verwendung, weil man damit den Käse minimalem Schneiddruck aussetzt, um formvollendete Segmente zu erhalten. Jedes Segment verlässt nun exakt ausgerichtet und richtig orientiert den Segment-Cutter mit dem Segmentrücken in Laufrichtung. Über die nachgeschaltete Kontrollwaage werden Trimmschnitte oder fehlgewichtige Segmente ausgeschieden. Gleichzeitig wird ständig der Mittelwert kontrolliert und an den SC 80/HS kommuniziert. Die ausgeklügelte Liniensteuerung ermöglicht es dabei sogar, auf einen Linienpuffer zu verzichten. Da die nachfolgenden Linienkomponenten die Segmente mit der Spitze voran benötigen, werden die Segmente in einem Wendestern gedreht. Die Käse werden jetzt an einen Flexloader übergeben, der die Tiefziehmaschine automatisch beschickt. Die Hochleistungslinie wird abgerundet durch einen neu installierten Casepacker.




