Als Professor Reymond Clavel, ein Pionier in der Entwicklung der Delta-Roboter, vor vielen Jahren in einem Schweizer Werk das Personal beim Platzieren von Pralinen in Handarbeit beobachtete, erahnte er nicht die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des neuen Robotersystems, das gerade in seinem Kopf Gestalt annahm. Der Delta-Roboter mit drei translatorischen Freiheitsgraden und einem rotatorischen, sollte sowohl das Aussehen als auch die Anwendung von Robotern grundlegend verändern. Es war das Schweizer Unternehmen Demaurex, heute unter dem Namen Bosch Packaging Technology firmierend, das den Delta-Roboter als erstes kommerzialisierte und die neue Technik zum bildverarbeitungsgestützten Hochgeschwindigkeitspicking mit Delta-Robotern in Herstellungsbetrieben einführte. Dank der technologischen Weiterentwicklungen der letzten Jahre profitieren Hersteller insbesondere von reduzierten Gesamtbetriebskosten.
Die scheinbare Leichtigkeit, mit der die Delta-Roboter die Produktionslinie entlangtänzeln, erfordert eine hohe Datenverarbeitungsleistung, um die Echtzeitinteraktion zu steuern und zur dynamischen Berechnung der aktuellen und der gewünschten Produktposition. Zu Beginn der Vermarktung des Delta-Roboters stand Demaurex vor der Herausforderung, einen geeigneten Prozessor für die komplexen Berechnungen zu finden. Außerdem mussten spezielle Platinen entwickelt und gefertigt werden, um eine ausreichend hohe Verarbeitungsleistung für die Handhabung zahlreicher unregelmäßig geformter Produkte zu erzielen. Heutzutage steuert ein einzelner Prozessor die Tätigkeiten mehrerer Roboter. Fortschrittliche Programme und Betriebssysteme in Delta-Robotern können Rezeptwechsel und Einrichtungsvorgänge beschleunigen und Arbeitsabläufe reibungsloser gestalten.
Hersteller können zwischen Robotersystemen unterschiedlichster Bauarten auswählen. Die Technologie erlaubt eine exakte Anpassung an spezifische Anforderungen und Produkte der Hersteller – von der Mechanik über die Komponenten bis hin zur Steuerung von Zufuhr- und Ausgabevorrichtungen. Das umfangreiche Portfolio an Mono- und Multipick-Greifern bis hin zu Reflex-Pick-Greifern bietet für jedes Produkt das passende Werkzeug. Vakuumgreifer, mechanische und Coanda-Greifer mit oder ohne Rotation gewährleisten eine schonende und zuverlässige Produkthandhabung. Formatänderungen können zudem ohne Werkzeug vorgenommen werden. Die kurzen Umrüstzeiten ermöglichen zügige Produktwechsel bei gleichbleibender Qualität.
Hochentwickelte Softwarepakete erlauben den Herstellern, ihre Produktionslinien und -prozesse über einen Touchscreen zu simulieren. Rezepte und Produktionsprozesse lassen sich offline simulieren und die Einrichtungszeit für neue Chargen verkürzen, indem Fehler vor Beginn der eigentlichen Produktion rasch erkannt und Stillstandzeiten reduziert werden. Die 3-D-Darstellung erleichtert es dem Bediener außerdem, Pick-and-Place-Muster und weitere Einstellungen für jedes Produkt vorzunehmen und zu optimieren – ideal für flexible Hersteller mit High-Mix/Low-Volume-Anforderungen. Mit vereinfachten Steuerbefehlen können selbst Bediener mit minimalen Programmierkenntnissen die Roboter bedienen und die optimale Geschwindigkeit der Produktionslinie aufrechterhalten.




