Dipl.-Ing. Eric Jesorlowitz, Dipl.-Wirt.-Ing. Isabelle Henkel
Der Bochumer Schlachthof produziert und vertreibt eine breit angelegte Palette von Fleischprodukten (Bild 1). Als Hauptenergieträger werden Erdgas für die Prozessdampferzeugung, Warmwasserbereitung und die Gebäudeheizung sowie Strom für die Druckluft-, Kälte- und Produktionsanlagen eingesetzt. Als weitere Kostenträger sind die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen zu nennen. Bild 2 zeigt eine Aufteilung der Energie- und Medienkosten. Auf Grundlage dieser Daten wurden Energiekennwerte und Verbrauchsprofile ermittelt und mit anderen Unternehmen der Branche verglichen (Benchmarking). Der Zustand der technischen Komponenten, deren energetische Effizienz und die vorhandenen Versorgungsstrukturen sowie das Bedarfsprofil des Betriebes wurden analysiert und bewertet.
Die überwiegend aus Ziegelmauerwerk bestehenden zahlreichen Gebäude (Baujahr 1929) weisen eine thermisch ungenügende Gebäudehülle auf, so dass unnötig hohe Wärmeverluste auftreten. Diese Verluste können durch den Einbau neuer Fenster mit Isolier- oder Wärmeschutzverglasung und der Montage einer geeigneten Wärmedämmung erheblich gesenkt werden.
Im Bereich der Wärmeversorgung wurden die Dampfkessel, die Brauchwasserversorgung sowie das Verteilnetz betrachtet. Hierbei wurde festgestellt, dass die Dampfversorgung derzeit nicht wirtschaftlich läuft. Die Dampfkessel sind mit 8 bar auf den Maximalwärmebedarf von 170 °C ausgelegt. Die Wärmeverbraucher benötigen jedoch fast ausschließlich Temperaturen unter 100 °C. Weiter wird der Brauchwassertank drucklos betrieben, was dazu führt, dass der anstehende Druck des Wasserwerks nicht ausgenutzt werden kann. Im Bereich des Verteilnetzes können Einsparungen durch Verbesserung der Wärmedämmung erreicht werden. Die Modernisierung der Wärmeversorung würde Einsparungen von rund 20 % ergeben.
Die Kälteversorgung nutzt bereits eine Wärmerückgewinnung; das Verteilleitungsnetz sowie die Regelung sind jedoch noch zu verbessern. Das Einsparpotenzial einer Optimierung wird auf 15 % geschätzt.
Druckluft wird im Wesentlichen als pneumatischer Antrieb zu Steuerzwecken verwendet. Hierzu stehen drei Druckluftkompressoren zur Verfügung. Im Bereich der Druckluftbereitstellung sind Einsparungen durch die Beseitigung von Leckagen sowie durch eine Wärmerückgewinnung von rund 45 % zu erreichen.
Bereits diese Voruntersuchung zeigt Einsparpotenziale in den einzelnen Energieversorungsbereichen in beträchtlicher Größe. Im Folgenden wurden die Bereiche mit den größten Einsparpotenzialen noch eingehender untersucht und ein Optimierungskonzept erarbeitet.




