dei: Herr Schubert, wie wehren Sie sich gegen Billiganbieter, wo liegen die Einsparpotenziale im weltweiten Preiskampf?
Für die italienische Backwarenfabrik Bistefani hat die Gerhard Schubert GmbH aus Crailsheim seine Pickerstation F-44 mit einer Schlauchbeutelmaschine des italienischen Herstellers Cavanna kombiniert. Das Ergebnis ist eine zuverlässig arbeitende, hochproduktive Verpackungsanlage für unregelmäßig geformte Kekse.
Schubert: Ich könnte ganz einfach antworten, indem ich nicht billig anbiete, sondern preiswert! Das bedeutet einerseits die Fertigungskosten so niedrig wie möglich zu halten. Andrerseits setzen wir auf die Zuverlässigkeit, die technische Perfektion und die Qualität unserer Maschinen. Gerade hier haben unsere internationalen Wettbewerber noch einige Schwächen. Als Antwort auf den scharfen, globalen Wettbewerb haben wir unsere Mehrwertstrategie entwickelt.
Das Funktionsprinzip der Verpackungsanlage ist einfach: Zunächst werden die direkt aus dem Ofen kommenden Kekse (vier Formate) von einer zweiarmigen Schubert-Pickerstation F-44 optisch erkannt, dann mit Saugern aufgenommen und den verschiedenen Packstationen einer Schlauchbeutelmaschine der Baureihe Zero 5 von Cavanna übergeben. Die Realisation des Projektes erschwerte, dass die Kekse gekrümmt sind, in ihrer Form stark tolerieren und jeweils drei Stück hintereinander flachliegend im Flowpack abgelegt werden sollen. Zu den Vorgaben gehörte weiterhin, dass auch Kekse anderer Form, beispielsweise mehrlagige Produkte, ohne Probleme auf der Anlage verarbeitet werden können. Schubert aus Crailsheim war als Generalunternehmer mit dem Projekt betraut. Nach nur sieben Monaten war es soweit, und die Anlage konnte bei Bistefani installiert werden.
dei: Wie definieren Sie den Mehrwert, was steckt hinter dieser Strategie?
Trotz der großen Produkttoleranz arbeitet die für den Nonstop-Betrieb ausgelegte Anlage von Anfang an sehr gut: Die Leistung liegt zwischen 160 und 180 Produkten pro Minute. Bindeglied zwischen beiden Systemen ist die Steuerung. Sie stammt ausnahmslos aus dem Hause Schubert. Sowohl die Roboterarme samt Steuerung, die Bilderkennung, die Kommunikation des Bildrechners mit dem Roboter und schließlich die Anlagensteuerung selbst, die in diesem Fall auch für die Geschwindigkeit der Flowpackmaschine zuständig ist, haben sich in vielfältigen Anwendungen bewährt und unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Zur Sicherheit für den Anwender Bistefani trägt Schubert im Bedarfsfall gemeinsam mit Cavanna die Schnittstellenverantwortung. Mechanische Schnittstellen existieren nur zwei: Die erste befindet sich zwischen Backofen und Pickerstation. Die zweite Schnittstelle wird durch die intelligente Steuerung und „Geschicklichkeit“ der Roboterarme überwunden: Das Einlegen der Kekse auf die Kette der Schlauchbeutelmaschine.




