Wolfgang Gropengießer, Walter Feiler
Wirtschaftlich, flexibel und zuverlässig müssen leistungsfähige Lagerabwicklungen sein. Mit diesen Eigenschaften werden sie für Unternehmen zum wichtigen Wettbewerbsvorteil, da die Distributionskosten pro Lager- oder Versandeinheit deutlich gesenkt werden können.
Ein effizientes Transport-Management-System (TMS) muß unter anderem Eigenschaften besitzen wie
• räumlich und zeitlich deckungsgleiche Abläufe in der Waren- und Informationslogistik,
• optimale Auslastung von Transportkapazitäten,
• schnelles und koordiniertes Ausführen von Transporten, wobei möglichst viele Doppelspiele erreicht werden und
• Integrationsfähigkeit in bestehende Lagerverwaltungssysteme, insbesondere standardisierte und SAP-zertifizierte Schnittstellen mit R/3 MM-WM.
„Efficient Replenishment ERP, also das Sicherstellen einer effizienten Warenversorgung im Rahmen unserer ECR-Strategien, war das Ziel bei der Einführung des neuen Transport-Management-Systems“, beschreibt Klaus Schilling, Leiter der Abteilung Logistik Zentraler Service bei Schöller die Vorgabe.
Schöller betreibt in Deutschland jeweils ein Zentrallager in Uelzen und Nürnberg. An beiden Standorten wird das komplette Speiseeis-Verkaufssortiment vorgehalten. Die Ware kommt sowohl aus der Produktion jeweils vor Ort als auch von externen Lägern. Die Zentralläger sind für etwa 70% des Umsatzes der Schöller-Gruppe von etwa 2,7 Mrd. DM verantwortlich. Logistisch gesehen bedeutet das ein Handling von rund 430 000 Paletten jährlich allein in Nürnberg. Weitere 220 000 kommen in Uelzen hinzu.
Bevor das TMS eingeführt wurde arbeiteten beide Lager belegorientiert und die Koordination der Staplerflotte war nicht auslastungsoptimiert. Eine Stellplatzverwaltung im SAP-R/3 MM-WM existierte bereits, die 24 h verfügbar war. So stellten beispielsweise in Nürnberg die insgesamt sieben ein- oder mehrgeschossigen Kühlhäuser mit ihren vielfältigen Lagerformen informationslogistisch eine Black-Box dar. Pro Transportauftrag wurde ein DIN-A4-Beleg erstellt, manuell nach Kühlhäusern sortiert und als Ein-Weg-Transport vom Staplerfahrer abgearbeitet. Anschließend wurde die Durchführung manuell dem SAP-Lagerverwaltungssystem R/3 MM-WM mitgeteilt. Was zwischen dem Druck des Beleges und dem Quittieren im Kühlhaus geschah, blieb informationslogistisch gesehen weitgehend im Dunkeln.




