Der Milchprüfring Bayern e. V., kurz MPR, prüft die Qualität der Milch von rund 40 000 Erzeugern. Milchproben von knapp einer Million Kühen durchlaufen die Hightechlabore in Wolnzach. Fett- und Eiweißgehalt, bakteriologische Beschaffenheit, Gefrierpunkt, Gehalt an somatischen Zellen und Hemmstofffreiheit heißen die ständig zu überwachenden Prüfkriterien.
„Um möglichst schnell, sicher, zuverlässig und kosteneffizient arbeiten zu können, setzt der MPR auf modernste Labortechnik. Deshalb hat man sich auch zur Investition in zwei Anlagen für die Hemmstoffanalyse entschlossen. Die robotergestützten Systeme von Hamilton Robotics erlauben die Analyse von rund 10 000 Proben innerhalb von sechs Stunden“, erläutert Christine Habel, Bereichsleiterin Hemmstoffe beim MPR.
Bei der Hemmstoffanalyse werden die Milchproben auf Arzneimittelrückstände wie Penicilline und Sulfonamide untersucht. Die neuen Anlagen übernehmen die Verteilung von Milchproben aus Probenflaschen in Mikrotiterplatten (MTP), die Inkubation der MTP sowie die optische Hemmstoffanalyse. Die komplett eingehausten Anlagen bestehen im Wesentlichen aus einem Hamilton-Microlab-Starplus-Pipettierroboter, einem Reservoir für Mikrotiterplatten, einem Inkubatorschrank, einer optischen Detektionseinheit und einem Stäubli-Sechsachsroboter TX60, der die Verteilung der Mikrotiterplatten zwischen den Stationen übernimmt.
Die Probenflaschen mit den Milchproben kommen in sogenannten Rundkassetten an der Anlage an. Eine Rundkassette enthält maximal 72 Probenflaschen. Im ersten Schritt werden die Probenflaschen automatisch vereinzelt. Ein Scanner erfasst den Barcode jeder einzelnen Flasche und liest die Informationen ein. Danach gelangen die Probenflaschen über ein Zuführsystem zur Pipettierstation.
Während hier die Bereitstellung der Probenflaschen für die anschließende Pipettierung in vollem Gange ist, erledigt auf der anderen Seite der Anlage ein Stäubli-Roboter eine andere wichtige Aufgabe. Der Sechsachser vom Typ TX60 entnimmt aus einem Magazin die Mikrotiterplatten, fährt damit zu einer Scannerstation, die den Barcode der MTP einliest. Durch das Scannen der Barcodes der Probenflaschen und der Mikrotiterplatten kann die Verteilung der Proben zu jedem Zeitpunkt lückenlos verfolgt werden. Somit ist das spätere Analyseergebnis jeder Probe eindeutig dem jeweiligen Milcherzeuger zuzuordnen.
Nach dem Scannen setzt der TX60 die Platten präzise an exakt definierter Position auf einer Transfereinheit ab, die jeweils zwei MTP in ihre genaue Position auf dem Deck des Pipettierroboters bringt. Der Pipettierroboter Microlab Starplus verfügt über 16 individuell spreizbare Kanäle und verbringt kleinste Mengen Milch aus den Probeflaschen in die Wells der MTP.




