Herbstzeit ist Teezeit. Und damit Verbraucher tatsächlich nur Teeblätter aufbrühen und nicht etwa Pflanzenstiele, Plastik- oder Metallteile, ist es für Hersteller wichtig, alle Fremdkörper vor dem Abfüll- und Verpackungsprozess abzutrennen. Auch feinste Blattbruchstücke, die durch die Maschen des Teebeutels in die Tasse gelangen, können ein Ärgernis für Verbraucher sein. Für ungetrübten Teegenuss setzen Hersteller aus diesem Grund Siebmaschinen am Ende ihres Herstellungsprozesses ein, die alle unerwünschten Bestandteile aussortieren.
Für die empfindlichen Teeblättchen ist nicht jedes Siebverfahren geeignet. Zu starke Siebbewegungen führen zum Bruch der feinen Teeblätter, sodass sich der Feinanteil im Siebgut bzw. der Produktionsausschuss erhöht. Um dies zu vermeiden, sind besonders produktschonende Siebverfahren notwendig. Das weiß auch die J. Engelsmann AG, die kürzlich von einem großen Teehersteller aus Deutschland einen Auftrag erhalten hat. Die Aufgabe: Die verschiedenen Teesorten sollten vor dem Abpacken sowohl von kleinen Staubkörnchen und feinstem Bruch als auch von größeren Fremdkörpern befreit werden – und das so schonend wie möglich.
Produktschonendes Siebverfahren
Nach Versuchen im Technikum von Engelsmann stand für den Teeproduzenten schnell fest, dass die Siebmaschine JEL-Freischwinger die geforderte Aufgabe dank ihrer produktschonenden Arbeitsweise sehr gut bewältigen kann. Bei der Langhubsiebmaschine wird der Siebtrog in eine gleichmäßige, horizontale Schwingbewegung versetzt. Diese Art der Sieberregung bewirkt, dass sich das zu siebende Produkt lediglich in horizontaler Richtung bewegt und dabei auf dem Siebgewebe verweilt.
Anders hingegen verhält sich die Sieberregung Beispielsweise bei Vibrationssiebmaschinen. Hier versetzt ein Unwuchtmotor den gesamten Siebtrog in eine hochfrequente Schwingung, die sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung wirkt. Dieses Siebverfahren ist zwar sehr effizient, verursacht jedoch ein Auf- und Abspringen des zu siebenden Produkts. Die Folge: Die feinen Teeblättchen zerbrechen dabei.
Die Schwingbewegungsintensität des Langhubsiebs lässt sich über die Hublänge und die Bewegungsfrequenz steuern und exakt an das zu siebende Produkt bzw. an die jeweilige Teesorte anpassen. Es stehen Hublängen von 20, 30, 40 oder 60 mm zur Auswahl sowie Bewegungsfrequenzen von 280 bis 420 min-1 – je nach eingestelltem Hub.
Ein weiterer Vorteil des Langhubprinzips ist der energiesparende Schwungantrieb. Der eingesetzte Elektromotor überträgt die Kraft mithilfe eines Keilriemens auf die Schwungscheiben, die exakt auf die Masse des Siebtrogs abgestimmt sind. Die an den Schwungscheiben angebrachten Schubstangen bringen den Siebtrog in seine horizontale Schwingbewegung. Bereits nach 15 s wird der Trog mit nur noch 10 bis 20 % des Nennstroms in Bewegung gehalten – was gerade bei großen Siebmaschinen eine Kostenersparnis bedeutet.




