Nachhaltig? Natürlich, aber bitte effizient! Geht das überhaupt bei Verpackungsprozessen? „Ja“, sagt Alexander Hauschke, Executive Vice President Corporate Strategy bei Multivac. Im dei-Interview erläutert er, wie sich Verpackungsprozesse ressourcenschonend gestalten lassen und welche Rolle langlebige Maschinen dabei spielen.
Herr Hauschke, die EU-Verpackungsverordnung fordert, dass bis 2030 alle Verpackungen recycelbar sein müssen. Welche Bedeutung hat dieses Ziel für die Branche?
Alexander Hauschke: Die Vorgaben der PPWR sind ein wichtiger Treiber für den Wandel von einer linearen hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Verpackungen sollen künftig nicht nur schützen, transportieren und informieren, sondern dabei auch möglichst ressourcenschonend und vollständig recycelbar sein. Das betrifft alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von Rohstofflieferanten über Maschinenbauer bis hin zu Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern. Für uns als Technologieanbieter bedeutet das, dass wir unseren Kunden Lösungen an die Hand geben müssen, die sowohl die Anforderungen an Produktschutz und Effizienz erfüllen als auch die Nachhaltigkeit steigern.
Kritische Stimmen sagen, Effizienz und Nachhaltigkeit seien wie Feuer und Wasser. Stimmen Sie dem zu?
Hauschke: Nein, überhaupt nicht. Es ist sogar eher das Gegenteil der Fall. Sehen Sie, im Verpackungsprozess können geschickt eingesetzte Technologien und Maschinenausstattungen, die auf Effizienz ausgelegt sind, dazu beitragen, wertvolle Ressourcen zu schonen, den Kunststoffanteil zu minimieren und die Recyclingfähigkeit der Verpackung zu erhöhen. Wenn wir also weniger Material zur Verpackung eines Lebensmittels einsetzen müssen, sparen wir nicht nur Ressourcen, sondern vor allem Kosten. Wenn wir Energie effizienter nutzen, entlasten wir die Umwelt und senken gleichzeitig die Betriebskosten. Nachhaltige Verpackungstechnologien eröffnen somit gerade auf der Kostenseite enorme Einsparpotenziale.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf die Langlebigkeit unserer Maschinen: Verpackungsmaschinen sind Investitionsgüter, die oft Jahrzehnte im Einsatz sind. Wenn sie flexibel und nachrüstbar sind, lassen sich neue Anforderungen ohne Komplettaustausch erfüllen. Und auch im eigenen Unternehmen schreiben wir Nachhaltigkeit bei der Herstellung unserer Maschinen groß. Unser Kunde erhält auf diese Weise in dreifacher Hinsicht Nachhaltigkeit.
Können Sie ein konkretes Beispiel für die von Ihnen angesprochenen Technologien nennen, die Ressourcen einsparen?




