Freudenberg Sealing Technologies hat spezielle Werkstoffe für den weltweiten Einsatz von Dichtungen in Anlagen der Lebensmittelindustrie entwickelt, die sowohl die US- und die EU-Vorschriften als auch die chinesischen Normen GB 4806 und GB 9685 erfüllen. Hierfür waren neue Rezepturen sowie erweiterte Tests der bisher eingesetzten Elastomere erforderlich, da die diversen Regularien teilweise deutliche Unterscheidungen aufweisen.
Die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln stellt höchste Ansprüche an Hygiene und Sauberkeit. Zudem muss sichergestellt sein, dass durch die mit dem Produkt in Kontakt kommenden Materialien keine Schadstoffe in das Produkt gelangen. Um Verbraucher zu schützen, gibt es daher weltweit gesetzliche Vorgaben, welche Inhaltsstoffe mit Lebensmitteln in Berührung kommen dürfen. Diese sogenannten Positivlisten unterscheiden sich aber je nach Land voneinander. Dadurch sind zum Beispiel Dichtungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie nicht universell einsetzbar. Ein nicht zu unterschätzendes Problem, da viele Hersteller für den globalen Markt produzieren. Freudenberg Sealing Technologies hat aus diesem Grund EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)-Werkstoffe sowie weitere bewährte elastomere Werkstoffe für den weltweiten Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie getestet.
Normenkonformität
Die seit 2016 für China geltenden Normen GB 4806 und GB 9685 weichen von den maßgeblichen US- und EU-Vorschriften erheblich ab. Vor allem die in der Norm GB 9685 gelisteten Inhaltsstoffe, die in einer produktberührenden Dichtung enthalten sein dürfen, unterscheiden sich deutlich. Eine Vielzahl der Inhaltsstoffe, die konform nach FDA (Food and Drug Administration) und den relevanten europäischen Regelungen zur Erfüllung der EU (VO) 1935/2004 für Elastomere sind, ist in der Positivliste für China nicht aufgeführt. Hiervon sind beispielsweise Rohstoffe aus der Klasse der Vernetzerchemikalien und der Alterungsschutzmittel betroffen. Dieser Umstand reduziert die Möglichkeiten der Rezeptgestaltung in erheblichem Maße. Eine Ergänzung der Positivliste ist zwar prinzipiell möglich, gestaltet sich in der Praxis allerdings schwierig. Der hohe Aufwand für toxikologische Untersuchungen jedes Rohstoffs stellt hier eine wesentliche Hürde dar, die insbesondere von den Elastomer-Herstellern alleine nicht absolviert werden kann. Für eine globale Lebensmittelfreigabe müssen daher neue Materialkombinationen auf Basis der chinesischen Vorgaben entwickelt, beziehungsweise bewährte Materialien auf ihre Konformität mit den Normen geprüft werden.
Herausforderung für Entwickler
Aufgrund seiner sehr guten Beständigkeit in Heißwasser, Dampf, Säuren und Laugen, ist EPDM mit einem Anteil von ungefähr 70 % der weitverbreitetste Werkstoff für Anwendungen in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung. Um EPDM-Werkstoffe mit einer globalen Lebensmittelkonformität bereitstellen zu können, haben die Materialentwickler von Freudenberg Sealing Technologies zunächst die einzelnen Bestandteile bewährter US- und EU-konformer Materialkombinationen mit der chinesischen Positivliste verglichen. Dann begann die Herausforderung, aus den begrenzt zur Verfügung stehenden gelisteten Stoffen Materialien zu entwickeln, die einerseits den hohen Anforderungen an die Alterungs- und Medienbeständigkeit genügen, andererseits nahezu weltweit einsetzbar sind. Das Resultat der Entwicklungsarbeit ist eine Auswahl an Werkstoffen, die für den chinesischen Markt zugelassen ist und gleichzeitig als gute Lösung für den globalen Markt verwendet werden kann.




