Unternehmen der Lebensmittelindustrie stecken in einem Dilemma: Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen sie Prozesse automatisieren. Aus diesem Grund kommen vermehrt leistungsstarke Roboter zum Einsatz. Letztere optimieren und beschleunigen die Handhabung von Produkten durch automatisches Aufnehmen, Verpacken und Palettieren. Produktionsprozesse werden dadurch schneller, präziser und effizienter. Die Produktivität erhöht sich deutlich, die Kosten sinken. Das Problem: Maschinen können die Produkte, mit denen sie in Berührung kommen, verunreinigen, insbesondere durch Schmieröl. Dies birgt große Risiken im Hinblick auf die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften in sich.
So viel kostet eine Rückrufaktion
Verlassen kontaminierte Produkte ein Werk, droht eine aufwendige und teure Rückrufaktion. Sie kann sich im Extremfall sogar existenzbedrohend für ein Unternehmen auswirken. Die Studie „Capturing Recall Costs“, die das Food Marketing Institute und die Grocery Manufacturers Association in Auftrag gegeben haben, veranschlagt die Kosten für einen Lebensmittelrückruf auf durchschnittlich 10 Mio. US-Dollar. Was viel klingt ist eher knapp bemessen: Die Summe enthält lediglich direkte Kosten wie sie etwa durch die Benachrichtigung der Behörden und der Öffentlichkeit entstehen oder durch die Entfernung und Beseitigung schadhafter Produkte. Nicht berücksichtigt sind hingegen indirekte Kosten, die durch entgangene Einnahmen oder den Schaden der Reputation des Unternehmens und der Marke entstehen.
Um einen derartigen Worst Case zu vermeiden, müssen Lebensmittelunternehmen beim Einsatz von Maschinen strikte Regeln in puncto Sauberkeit und Hygiene beachten: So dürfen giftige Schmierstoffe zu keiner Zeit mit Nahrungsmitteln oder Getränken in Berührung kommen. Falls doch, kann ein ganzer Warenbestand kontaminiert werden, was unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher mit sich bringt. Lediglich drei Tropfen Öl können 1000 l einer Flüssigkeit verunreinigen. Dies hat – neben Umweltschäden – auch monetäre Folgen. So droht durch einen solchen Zwischenfall ein durchschnittlicher Produktionsausfall von 6 h.
Unbedenkliche Schmierstoffe
Entscheidet man sich für den Einsatz von Robotern in der Lebensmittelproduktion, ist der Einsatz lebensmittelverträglicher Schmierstoffe unabdingbar. Letztere sind speziell auf die strengen Anforderungen der weltweiten Lebensmittelindustrie angepasst. Sie sind nicht nur geschmack- und geruchlos, sondern auch unempfindlich gegenüber Kunststoff- und anderen Behältern. Zudem löst diese spezielle Schmiermittelart Zucker und hält einer Beeinträchtigung durch aggressive Lebensmittel, Chemikalien, Wasser und Dampf stand. Dennoch müssen die Substanzen bei der Schmierung die gleichen Eigenschaften aufweisen wie herkömmliche Öle. Dazu zählen die Ableitung von Wärme und die Verminderung von Reibung, Verschleiß, Korrosion und Oxidierung, was insgesamt die Effizienz und Lebensdauer der Maschinen erhöht.




