Ob ein Schmierstoff das von der NSF vorgegebene Anforderungsprofil erfüllt, wird in aufwändigen Testreihen untersucht. Besteht das Schmiermittel diese harte Prüfung, erhält es das Zertifikat NSF/H1 gemäß FDA-Regulationen.
Die Mobil Food-Manufacturing-Produktgruppe von ExxonMobil enthält verschiedene bakteriostatische Spezialschmierstoffe. Das Spektrum reicht von Hydraulik-, Getriebe- und Verdichterölen über Fette für unterschiedlichste Belastungen bis hin zu Wärmeträger- und Kältemaschinenölen. Jeder Schmierstoff hat das Prädikat NSF/H1 und entspricht den FDA-Regulationen.
Schadstoffe in Lebensmitteln sorgen immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. Unabhängig davon, ob derartige Meldungen übertrieben sind oder nicht, ist die Verunsicherung bei den Konsumenten groß. Und: Solche Ereignisse belegen die Notwendigkeit, dass die Produktion von Lebensmitteln einer besonderen Beobachtung unterliegen muss. Demzufolge ist die Lebensmittelproduktion einer Reihe spezieller Anforderungen und Auflagen ausgesetzt, die auf die Sorgfaltspflicht des Herstellers zielen. Dazu zählen beispielsweise die Lebensmittelhygiene-Verordnung aus dem Jahr 1998 oder die EU-Verordnung über Maschinen zur Produktion von Nahrungsmitteln. Ging es früher darum, Verunreinigungen zu vermeiden, steht heute das Prinzip im Vordergrund, dieser Gefahr vorzubeugen. Allein die Möglichkeit, dass es zu einer Verunreinigung des Produkts kommen könnte, reicht aus, härtere Produktionsauflagen zu erzwingen. Das gilt auch für die Betriebsstoffe, die in den maschinellen Fertigungsanlagen eingesetzt werden: Sie bergen das Potenzial, unter bestimmten Voraussetzungen zu Kontaminationen führen zu können.
Deswegen gelten auch für Schmierstoffe, die in Produktionsmaschinen für Güter eingesetzt werden, die der Lebensmittelhygiene-Verordnung unterliegen, zahlreiche Auflagen und gesetzliche Vorschriften. Die jüngsten Anforderungen sind seit dem 1. Januar 2002 in Kraft. Die amerikanische Zertifizierungsstelle National Sanitary Foundation (NSF) fordert, dass solche Schmierstoffe für den gelegentlichen, technisch unvermeidbaren, prozessbedingten Lebensmittelkontakt geeignet sein müssen. Folglich müssen sie vom menschlichen Organismus rückstandsfrei abgebaut werden können.
Für die Öltechnologie bedeutet das eine große Herausforderung, weil die jeweiligen Vorgaben der Ingenieure und Mediziner einen weiten Spagat erfordern: Neben dem technischen Aufgabenkatalog, den ein Schmierstoff zu erfüllen hat, muss also zusätzlich gesundheitliche Unbedenklichkeit gewährleistet sein. Gefordert sind außerdem Geschmacks- und Geruchsneutralität. Und schließlich ist Resistenzvermögen gegenüber den Umgebungsstoffen nachzuweisen; das sind beispielsweise Säuren, Laugen, Alkohol, Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmittel.




