Natalia Nikashina, Ulrich Steinert
Heineken startete im Jahr 2002 mit Brauaktivitäten auf dem russischen Markt. Der Standort: Sankt Petersburg. Hier erwarb Heineken die ehemalige Bravo International Brauerei von isländischen Pionieren, die 1999 in den russischen Biermarkt einstiegen. Das Team aus Island schaffte es, in nur drei Jahren am russischen Biermarkt mit 2,8 Mio. hl Absatz knapp vier Prozent Marktanteil zu erobern. Heute liegen die Absatzzahlen aller Marken im Portfolio von Heineken Russland bei 8 Mio. hl/Jahr. Der Marktanteil am russischen Biermarkt beträgt somit über zehn Prozent und Heineken ist die klare Nummer Drei – nach Baltika und Sun Interbrew. Mit einer Produktionskapazität von 4,6 Mio. hl jährlich ist St. Petersburg der bedeutendste Brauereistandort für Heineken in Russland.
Nach wie vor ist das im russischen Markt mengenmäßig bedeutendste Segment das Mittelpreissegment. Dies spiegelt sich bei Heineken-Absätzen der nationalen Marke Ochota und der zahlreichen regionalen Markenprodukte wieder. Mit einem Verkaufsvolumen von 3 Mio. hl jährlich ist Ochota ganz klar der volumenmäßige Markenrenner im Heineken-Sortiment. Die regionalen Markenprodukte Shikhan, Sedoy Ural, Solynaya Pristan, Okskoye, Volga, Rusich, Sobol, Patra, Strelets und Zhigulevskoye repräsentieren ein weiteres Absatzvolumen von ca. 2,4 Mio. hl/Jahr.
Heute befinden sich bei Heineken in St. Petersburg insgesamt sechs Abfüllanlagenvon KHS. Dabei handelt es sich um drei Glaslinien, eine Dosenlinie, eine KHS-Till-Keglinie und seit kurzem die neue PET-Linie. Diese Linie realisiert eine Leistung von 30 000 1,5-l-PET-Flaschen/h und verarbeitet bei Bedarf auch die 1-l- und 2-l-PET-Flaschengröße. Im Rahmen vorgegebener Platzverhältnisse ist sie äußerst kompakt auf 600 m2 eingepasst. Bei der Auslegung der Linie wurde explizit darauf geachtet, dass sie mit einem Minimum an Bedienpersonen effizient zu betreiben ist. Heute managen vier Bedienpersonen die komplette Anlage.
Auf höchste Anlageneffizienz wird bei Heineken generell hoher Wert gelegt. Am Heineken-Standort St. Petersburg laufen alle Anlagen im Dreischichtbetrieb und laut Ragnar Tryggvason, Projekt-Direktor Heineken Russland, mit Effektivleistungen von 95 bis 100 % – und das 365 Tage im Jahr.
In der PET-Linie gelangen frisch produzierte PET-Flaschen von der Blasmaschine über den Lufttransport direkt zum Rinser-Füller-Block. Die Rinsung der PET-Flaschen mit Kaltwasser übernimmt der mechanisch gesteuerte Einkanal-Rinser Innoclean FR-EM. Er realisiert die zuverlässige Austragung von eventuellen Verunreinigungen wie Staub- oder Kunststoffpartikeln. Besonderheit: Der Rinser verfügt über einen Auffangbehälter, der Rinswasser sammelt. Eine Nutzung des Wassers für weitere Aufgabenstellungen wie beispielsweise für die Bandschmieranlage ist machbar. So wird ganz gezielt Wasser eingespart.




