Dipl.-Ing. Friedrich Kelnhofer
Die EU macht ihre Vorgaben und möchte bis im Jahr 2020 u. a. Energie um 20 % effektiver nutzen und CO2-Emissionen um 20 % senken. Das kann ohne Zutun der Industrie nicht gelingen, denn allein die von ihr genutzten Antriebe benötigen rund 70 % des industriellen Strombedarfs aus dem Netz. Es gilt also, an Vermeidungsstrategien zu arbeiten.
Auch Hygiene ist nichts anderes als eine Vermeidungsstrategie. Sie schützt Hersteller vor hohen Kosten und Endverbraucher vor verdorbener Ware. Dass sich ein gesenkter Energieverbrauch und hohe Hygieneansprüche sinnvoll kombinieren lassen, beweist der Getriebemotoren-Hersteller Danfoss Bauer.
Unter der Bezeichnung OneGearDrive entwickelte das Unternehmen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Pharmazie einen Antrieb, dem die üblichen Kühlrippen fehlen (Hygienic- und Standard-Ausführung). Durch die völlig glatte Oberfläche können sich kaum Schmutznester bilden und Mikroorganismen, wie Mikroben, Bakterien oder Hefen, festsetzen. Bei Bedarf ist sie aber umso leichter zu reinigen. Darüber hinaus besteht die Außenhaut zum Schutz gegen aggressive Einflüsse aus einer reinigungs- und desinfektionsmittelbeständigen Lackierung. Sie ist zudem hydrophob.
Da der vollkommen verkapselte Motor auch keinen Lüfter zur Motorkühlung besitzt, werden keine schwebfähigen Keime oder Aerosole in der Luft verwirbelt, die sich zum Beispiel in noch offenen Gebinden niederschlagen und dadurch das Produkt kontaminieren können.
Der OneGearDrive ist in der Hygienic-Ausführung von der EHEDG und der Fraunhofer IPA zertifiziert und erfüllt somit alle gültigen und bekannten Anforderungen und Regularien für die Verwendung in hygienesensiblen Bereichen, einschließlich Reinräumen, und der pharmazeutischen Industrie.
Die möglichen Einsparpotenziale werden von Fachleuten folgendermaßen eingeschätzt:
- ca. 10 % bei Energiesparmotoren
- ca. 30 % bei Drehzahlregelung bzw. Frequenzumrichter
Danfoss Bauer entwickelte für die OneGearDrives mit Frequenzumrichter betriebene Permanentmagnetmotoren. Bei diesen Synchronmotoren sind die Rotoren mit Permanentmagneten ausgestattet. Die Motoren haben einen Wirkungsgrad von über 90 % und ein hohes Drehmoment. Sie entsprechen der Super-Premium-Efficiency-Klasse höher IE3. Hinzu kommen kleinere Massenträgheitsmomente sowie ein großer Drehmoment- und Drehzahlstellbereich. Damit gehören die Permanentmagnetmotoren zu den Antrieben, die – über ihre Lebenszeit betrachtet – günstiger sind als herkömmliche Motoren. Die Lebenszykluskosten betragen in der Regel 90 % der Gesamtkosten, während die Anschaffungskosten nur bei 10 % liegen.




