Abb. 1 Schnitt durch eine Gebläsemühle
Abb. 2 Herzstück der Zuckermahlanlage von Netzsch-Condux sind die Universalmühlen der CUM-Baureihe
Abb. 3 Zuckermahlanlage in explosionsdruckstoßfester Bauweise
Abb. 4 Bei der Zuckermahlanlage in druckentlasteter Bauweise sind die Mühle sowie alle Rohrleitungen und Komponenten bis zum Filter für einen reduzierten Explosionsdruck von 3 bar (ü) ausgelegt, das Filter und alle anschließenden Komponenten für einen reduzierten Explosionsdruck von 0,4 bar (ü)
Mahlanlagen zur Herstellung von Puderzucker müssen gegen Staubexplosionen gesichert sein. Netzsch-Condux hat in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft eine druckentlastete Zuckermahlanlage entwickelt. Herzstück dieser Anlage, die sowohl in explosionsdruckstoßfester als auch in druckentlasteter Bauweise geliefert werden kann, sind die Universalmühlen der CUM-Baureihe.
Noch heute wird über die Hälfte des weltweit erzeugten Zuckers aus Zuckerrohr gewonnen, das in tropischen und in subtropischen Gebieten wächst. Der Rest des Zuckers stammt fast ausschließlich aus der Zuckerrübe, die in gemäßigtem Klima wächst.
Die Rüben werden nach dem Ernten gewaschen, zerkleinert und mit heißem Wasser extrahiert. Der dabei entstehende Rohsaft wird anschließend gereinigt und soweit eingedampft bis Zuckerkristalle entstehen. Der auf diese Weise erzeugte Rohzucker wird über mehrere Kristallisationsprozesse gereinigt. Am Ende dieser aufwändigen Reinigungsprozesse liegt der Raffinadezucker (Haushaltszucker) vor. Durch Mahlen der Raffinadezucker-Kristalle entsteht Puderzucker.
In der Vergangenheit setzte man zur Zerkleinerung des Raffinadezuckers fast ausschließlich Stiftmühlen ein. Heute kommen für diese Aufgabe in der Regel Gebläsemühlen zur Anwendung (Abb.1). Bei gleicher Baugröße und Puderzuckerfeinheit (80 bis 95% 100 µm) lassen sich mit diesen Apparaten deutlich höhere Durchsätze erzielen. Ein weiterer Vorteil der Gebläsemühlen ist, dass durch die geringeren Mahltemperaturen der Invertzuckergehalt deutlich sinkt. Konstruktionsbedingt erzeugt der in der Mühle eingebaute Gebläserotor ein höheres Luftvolumen gegenüber den früher eingesetzten Stiftscheiben, was zu einer ca. 30 °C geringeren Mahltemperatur führt. Zudem ergibt sich aus den größeren Luftvolumina die Möglichkeit, die Mühle selbstansaugend zu betreiben. Das heißt, der Zucker gelangt über eine Ansaugrohrleitung pneumatisch in die Mühle.




